Neues Verfahren : Photo-TAN soll Online-Banking sicherer machen

Mit dem neuen Photo-TAN-Verfahren ist beim Online-Banking ein Smartphone nötig. Foto: dpa
Mit dem neuen Photo-TAN-Verfahren ist beim Online-Banking ein Smartphone nötig. Foto: dpa

Mit der Photo-TAN kommt ein neues Verfahren zur Sicherheit beim Online-Banking auf den Markt. Bankkunden nutzen dabei ihr Smartphone, sind aber unabhängig vom Mobilfunknetz.

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11. April 2013, 07:50 Uhr

Kiel/Quickborn | Im Wettlauf mit Internet-Betrügern entwickeln Banken immer neue Verfahren, um die Online-Bankgeschäfte ihrer Kunden sicher zu halten. Dabei kommt seit eh und je die Transaktionsnummer (TAN) zum Einsatz, mit der jedes Geschäft abgesichert wird. Doch wie diese Nummer zum Kunden gelangt, ändert sich immer schneller. Jetzt gibt es schon wieder etwas Neues - das Photo-TAN-Verfahren.

Bei Photo-TAN benötigen Kunden für ihre Überweisungen ein Smartphone oder ein spezielles Lesegerät. Auf dem Computer-Bildschirm erscheint eine mehrfarbige Grafik, die in verschlüsselter Form die Auftragsdaten sowie die Transaktionsnummer enthält. Mit einer App auf dem Smartphone wird diese Grafik direkt vom Bildschirm eingelesen. Auf dem Smartphone werden sofort die Auftragsdaten zur Bestätigung sowie die TAN angezeigt, mit der der Kunde seinen Auftrag freigeben kann.

TAN: Erst auf Papier, später auf dem Handy

Bis vor einigen Jahren stellten die Banken ihren Kunden noch TAN-Listen auf Papier zu Verfügung. Diese Listen wurden im Laufe der Zeit verfeinert, zum Beispiel mit Bestätigungsnummern, mit denen die Banken jede Transaktion quittiert. Das Handy des Kunden kommt auch bereits seit einiger Zeit mit dem Mobil-TAN-Verfahren zum Einsatz. Dabei wird dem Kunden nach der Eingabe der Transaktionsdaten automatisch eine Kurzmitteilung mit der richtigen TAN zugeschickt. Die Photo-TAN ist eine Weiterentwicklung.

Jüngster Anbieter unter den Banken ist Comdirect aus Quickborn. Die Bank hält das Verfahren für besonders sicher. Nach eigenen Angaben bieten nur wenige Banken weltweit bisher Photo-TAN an. Das Besondere an diesem Verfahren: Zwischen Smartphone und Online-Banking besteht keine Verbindung - das erhöht die Sicherheit. Um das neue Verfahren nutzen zu können, erhalten Kunden zunächst von Comdirect einen individuellen Code, mit dem die Smartphone-App aktiviert wird. Zudem werden sämtliche Transaktionsdaten ausschließlich verschlüsselt übertragen, und die TAN ist jeweils nur für einen Auftrag gültig. Alternativ zur Smartphone-Variante können Kunden auch ein spezielles Lesegerät nutzen. Es kostet einmalig 14,90 Euro.

Michael Herte von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein sieht den Vorteil der Verfahren mit dem Handy oder Smartphone darin, dass neben dem Computer ein zweites Medium im Dialog mit der Bank zum Einsatz kommt. Somit erhöhe sich tatsächlich die Sicherheit, da Betrüger neben der Persönlichen Identifikationsnummer (PIN) eines Bankkunden auch noch in Besitz dessen Handys sein müssen, um Transaktionen vorzunehmen, so der Referent für Finanzdienstleistungen. Diese Sicherheit bietet jedoch bereits Mobil-TAN. Photo-TAN sei nur von Vorteil, wenn es ohne Verbindung zur Bank funktioniere. Wenn also die Software unabhängig vom Mobilfunknetz die richtige TAN entschlüsselt, falls sich der Kunde in einem Funkloch befindet. Das ist beim neuen Verfahren der Comdirect-Bank der Fall. Ob immer wieder neue Verfahren nötig seien, bezweifelt Michael Herte: "Solange man sorgfältig mit den Unterlagen umgeht und die Vorgaben der Bank befolgt, kann nicht viel passieren."

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