WhatsApp und WhatsApp Plus : Nach Unterlassungsklage: Aus für WhatsApp Plus

Erst war die App nur „vorübergehend gesperrt“, doch jetzt teilt der Entwickler das Ende seiner App WhatsApp Plus mit.

shz.de von
21. Januar 2015, 14:13 Uhr

Am Anfang machte der Entwickler Dr. Mounib Al Rifai den WhatsApp Plus Nutzern noch Hoffnung: Er werde versuchen, eine Lösung für das Sperr-Problem von WhatsApp zu finden. Doch jetzt ist die Messenger-App am Ende: Der Entwickler von WhatsApp Plus erhielt von dem großen Unternehmen WhatsApp eine Unterlassungsaufforderung.

Chip.de bringt ein Zitat des Entwicklers kurz nach der Hiobsbotschaft: „Schlechte Nachrichten. Wir haben eine Unterlassungsaufforderung von WhatsApp erhalten und wir sind verpflichtet, alle Download-Links zu entfernen und unglücklicherweise auch die Community zu löschen. Es tut mir wirklich leid, aber es liegt nicht mehr in meinen Händen, und WhatsApp hat uns in eine Ecke gedrängt, aus der wir dieses Mal nicht mehr entkommen können. Es hat Spaß gemacht, aber jetzt ist es vorbei. Danke für eure Unterstützung.“

Auch andere Nachahmer von WhatsApp müssen jetzt mit harten Konsequenzen rechnen.

Fragen und Antworten:

Wie ist der Stand der Dinge bei WhatsApp?

WhatsApp wurde 2009 in Kalifornien von Jan Koum und Brian Acton gegründet. Bereits im Februar 2014 hatte der Messenger-Anbieter mehr als 450 Millionen Nutzer, die mindestens einmal im Monat aktiv waren.

Am 19. Februar 2014 wurde der Messenger Dienst von dem großen US-Unternehmen Facebook für insgesamt 19 Milliarden US-Dollar (ungefähr 13,81 Euro) aufgekauft.

Anders als bei SMS-Textnachrichten ist das Versenden von Nachrichten bei WhatsApp an das Internet gebunden. So können auch Dateien wie Bilder und Audios kostenlos versendet werden.

Was genau ist WhatsApp Plus eigentlich?

WhatsApp Plus ist eine weitere Messenger-App, die parallel neben dem großen Anbieter WhatsApp auf vielen Smartphones installiert ist. Die beiden Unternehmen haben nichts miteinander zu tun. Anders als beim Original können Nutzer bei WhatsApp Plus vieles selbst und individuell einstellen. So lassen sich Kontaktnamen und deren Status, das Chatfenster, sowie das Menü nach eigenen Geschmack optisch anpassen.

Auch die Datengröße darf bei WhatsApp Plus größer sein als bei WhatsApp. So lassen sich größere Bilder und Videos verteilen.

Wie ging WhatsApp gegen den Konkurrenten vor?

Das Unternehmen WhatsApp griff hart gegen Nutzer des Drittanbieters „WhatsApp Plus“ durch. Beim Starten der App erschien lediglich eine Meldung auf dem Bildschirm, die dem Nutzer mitgeteilt hat, dass er „vorrübergehend bei WhatsApp gesperrt“ wurde. Der Hinweis, dass gegen die AGBs verstoßen worden sein könnte, stand darunter. Unter der Nachricht lief ein Timer, der eine 24-Stündige Sperrung ankündigte.

„Vorübergehend gesperrt“ – WhatsApp geht gegen „WhatsApp Plus“-Nutzer vor.
Foto:Bild aus Twitter
„Vorübergehend gesperrt“ – WhatsApp geht gegen „WhatsApp Plus“-Nutzer vor.
Was waren die Gründe der Sperrung?

Auf der offiziellen Webseite von WhatsApp begründet man die Sperrung wie folgt:

„WhatsApp Plus ist eine App, die weder von WhatsApp entwickelt wurde, noch von WhatsApp autorisiert ist. Die Entwickler von WhatsApp Plus stehen in keiner Beziehung zu WhatsApp und wir unterstützen WhatsApp Plus nicht. Bitte sei dir dessen bewusst, dass WhatsApp Plus Quellcode enthält, von dem WhatsApp nicht garantieren kann, dass er sicher ist, und dass deine privaten Informationen potentiell ohne dein Wissen oder dein Einverständnis an Dritte weitergegeben werden.

Bitte deinstalliere deine App und installiere die offizielle Version von WhatsApp von unserer Website oder Google Play. So wirst du in der Lage sein, WhatsApp zu verwenden.“

Wie sieht die Zukunft von WhatsApp aus?

Seit der Übernahme von WhatsApp durch Facebook gibt es viele Gerüchte über eine Verschmelzung der beiden Messenger. Doch ist dies auf absehbare Zeit nicht vorgesehen, schreibt Spiegel Online. „Wir haben keine Pläne, die beiden Dienste zusammenzuführen“, so der Vizepräsident von Facebook David Marcus bei der Internet-Konferenz DLD in München.

Auch das Thema Werbung wurde angesprochen: Man wolle die App „nicht mit Werbung zukleistern“. An erster Stelle stehe immer noch der Komfort der Nutzer. „Wenn es uns egal wäre, könnten wir das machen - und bei 500 Millionen Nutzern jede Menge Geld verdienen“, sagte Marcus.

 

Die Nachricht, die viele WhatsApp Plus User beim Starten der App erhielten:

Die Reaktionen im Netz auf das Ende von WhatsApp Plus sind eindeutig:

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