Dechiffrieren für Anfänger : Modellnummern für Laptop & Co: Das steckt hinter der Gerätebezeichnung

<p>Allein der Modellname sagt oft kaum etwas über das Gerät aus. </p>

Allein der Modellname sagt oft kaum etwas über das Gerät aus.

Vor dem Neukauf steht der Vergleich. Doch allein mit Hersteller- und Marketing-Namen des Gerätes kommt man nicht weit.

shz.de von
28. März 2017, 08:58 Uhr

Das günstigste Angebot für ein technisches Gerät finden ist gar nicht so leicht. Denn man muss genau wissen, wonach man sucht. Bei Notebooks zum Beispiel verbergen sich hinter den Modellnummern oft relevante Informationen zu den verbauten Komponenten. „Weicht eine Zahl oder ein Buchstabe von der gewählten Modellnummer ab, können Sie schnell ein gänzlich anderes Notebook vor sich haben“, warnt Stefan Trunzik vom Portal „Notebookinfo.de“.

Dabei verfolgt jeder Hersteller ein anderes System bei den Typenbezeichnungen. „Die meisten Unternehmen verstecken innerhalb der Modellnummer nicht nur Angaben zur Größe oder Farbe des Notebooks, sondern auch grobe Hinweise zu den verwendeten Kernkomponenten wie Prozessor, Grafikkarte oder Arbeitsspeicher“, erklärt Trunzik. Meist lässt sich auch die Modellgröße anhand der Nummer erahnen. Zahlen wie 13, 15 oder 17 stehen in den Nummern oft für die Bildschirmdiagonale.

Je nach Hersteller und Modell kann sich also ein Tippfehler deutlich bei der Recherche auswirken: „Anstelle eines großen 17-Zoll-Modells mit Intel-Prozessor könnte beispielsweise ein kompaktes 13-Zoll-Notebook mit Komponenten von AMD auftauchen“, so Trunzik.

Es ist nicht selten, dass ein Gerät unter verschiedenen Modellnummern bei verschiedenen Händlern verkauft wird. „Damit wird dem Verbraucher eine Art Exklusivität im jeweiligen Online-Shop oder Elektromarkt vorgetäuscht, und das Vergleichen auf einer Preisvergleichswebseite gestaltet sich dann ohne Technikkenntnisse sehr schwierig“, sagt Stefan Trunzik. Ein Beispiel: Ein Elektronikmarkt bietet ein Notebook namens 15-BA von Hersteller X für 599 Euro an. Im Netz verkauft ein Onlinehändler haargenau das gleiche Gerät als 15-BE für 559 Euro und ein anderer als 15-BK für 579 Euro.

Der Verbraucher soll denken, dass der jeweilige Händler das Modell exklusiv anbietet, damit er es anderswo nicht günstiger kauft. „Nur durch den manuellen Abgleich der kompletten Serie – in dem Beispiel Notebook 15 von Hersteller X ohne Modellnummer – und den verfügbaren Modellen samt technischen Daten ist es möglich, die Zusammenhänge zu erkennen“, weiß Trunzik. Für Laien wird die Suche so schnell zu einer überfordernden Jagd durch den Angebotsdschungel.

Bei Fernsehern ist die Bedeutung von Nummern sehr unterschiedlich. „Bei Panasonic finde ich es beispielsweise sehr schwierig“, sagt Andreas Nolde vom „Chip“-Magazin. Einfacher sei es bei Samsung, Beispiel UE55KU6509: „UE steht bei allen Samsung TVs am Anfang, dann folgt die Bildschirmgröße in Zoll, hier 55 Zoll, was 139,7 Zentimetern entspricht.“ Das Kürzel KU stehe für 4K-Auflösung – stünde an dieser Stelle nur ein K, wäre es Full-HD oder sogar nur HD-ready. „Die Ziffernfolge 6509 zeigt, dass der TV in der 6000er-Serie beheimatet ist, was der oberen, schon recht gut ausgestatteten Mittelklasse bei Samsung entspricht“, so der Experte. Die Ziffern 509 verweisen auf Ausstattungsmerkmale. Bei LG setzen sich die Typennummer wieder völlig anders zusammen: „Beim 32LH604V steht die Diagonale gleich am Anfang – 32 Zoll“, sagt Nolde. LH bedeutet Full HD. Sonst stünde hier UH für 4K. Und es handelt es sich um einen LCD-TV, sonst stünde hier noch OLED. Dann folgt die Serie: die 600er in einer speziellen Variante.

Auch bei Fernsehern wird die Vergleichbarkeit zum Teil durch die sogenannten Handelsmodelle erschwert. „Der Unterschied zum normalen Modell ist dann meistens nur eine Kleinigkeit, wie beispielsweise eine HDMI-Buchse mehr oder weniger“, so Nolde. So bleibt es auch hier dem Verbraucher, bei der Recherche auf die Details zu achten und bei Unsicherheiten die Details genau unter die Lupe zu nehmen.

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