Merkel und die Trolle

bma-autorin

Facebook, Instagram, Waschmaschinen: Die sozialen Medien halten die Bundeskanzlerin auf Trab.

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08. Juni 2015, 17:02 Uhr

Angela Merkel findet Facebook irgendwie gut. Das wissen wir, seit die Kanzlerin jüngst beim Kirchentag in Stuttgart über Facebook sagte: „Das ist so schön, wie wenn man ein Auto hat oder eine ordentliche Waschmaschine.“ Die Menschen sollen gelacht haben. Und Lachen ist ja auch etwas Schönes.

Natürlich wirkt das naiv. Und natürlich hat sich Schleswig-Holsteins Datenschützer Thilo Weichert (Grüne) zu seinem Lieblingsfeind (Facebook) geäußert: „Wenn Frau Merkel ohne Not eine Fanpage bei Facebook einrichtet und einlädt, alle Daten nicht nur Facebook, sondern auch noch der NSA bereitzustellen, dann sind das die falschen Signale.“

Der US-Geheimdienst ist nicht das einzige Social-Media-Problem der Kanzlerin. Beim G7-Gipfel in Elmau hatte das Team des Regierungssprechers Steffen Seibert auf Merkels nagelneuem Instagram-Profil mit russischen Trollen zu kämpfen. Dabei hätte alles so schön sein können: Wiesen, Gamsbärte, Weißwürschte – alles mit den App-Filtern weichgezeichnet. Dann kamen die politischen Parolen, in kyrillischer Schrift. Und die Mitarbeiter kaum hinterher mit dem Löschen und Bitten, auf Englisch oder Deutsch zu schreiben. Was folgte? „Putin forever!“ Mit einer Waschmaschine wäre das nicht passiert.

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