Henckes Netzwelt : Meine Daten sind „Muttis“ Daten

Nach den Anschlägen in Paris soll die Vorratsdatenspeicherung trotz Bedenken kommen. Na und?

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19. Januar 2015, 09:46 Uhr

Die Terroranschläge auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ in Paris sind gerade erst passiert, plötzlich steht der Kampf gegen den islamischen Terror auf der Liste der Politik ganz oben. „Wir brauchen den Austausch von Flugdaten“, ruft die EU. „Wir brauchen die Vorratsdatenspeicherung, um Deutschland vor Terrorangriffen zu schützen“, krakeelt die CSU. Kritiker sprechen von einer Überwachung der Bürger und lehnen die überschnellen Vorstöße ab. Denn auch Frankreich hat die Speicherung von Daten nicht vor dem Attentat geschützt.

Die Kritik ist überdies unberechtigt. Ein Blick in das Alltagsleben offenbart doch nur eins: Wir geben doch ohnehin schon alles Preis. Ein Beispiel aus der Spielewelt: Wer künftig GTA 5 auf dem PC spielen möchte, der muss auch alles von sich mitteilen. Der Verkaufsstart verzögert sich noch bis zum 24. März, doch schon jetzt schlagen die Wellen hoch. Die Installationsvoraussetzungen offenbaren nämlich eins: Seriennummer registrieren, Online-Aktivierung und einen Log-in zu Rockstars „Social Club“ anlegen. Zusätzlich will Rockstar auch die Hardware des PCs regelmäßig prüfen. Klingt nach Überwachung.

Na, also. Die Privatwirtschaft tut es schon, fehlt also nur noch die Regierung. Und wenn wir nichts zu verbergen haben, können wir die Daten doch auch hergeben. Wir sind doch eine Nation, eine Gesellschaft, in der jeder für jeden einsteht, wo man füreinander da ist – Wirtschaft genauso wie Politik. Und wo wären da unsere Daten besser aufgehoben als bei Angie höchstpersönlich? Mal ehrlich, meine Daten sind doch auch „Muttis“ Daten – oder?

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