Henckes Netzwelt : Mehr als nur Grafik – Die „K.I.“

Der Reiz, eine künstliche Intelligenz so zu programmieren, dass sie sich selbst weiterentwickelt, stellt die Spiele-Industrie vor neue Aufgaben.

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08. Dezember 2014, 10:43 Uhr

Sieht man sich aktuelle Spiele für Konsole oder PC an, so liegt das Hauptaugenmerk der Macher auf immer besserer und innovativerer Grafik. Vernachlässigt wird häufig noch die künstliche Intelligenz (K.I.) der computergenerierten Spieler. Dies könnte sich bald ändern. Ein grafisch anspruchsvolles Ballerspiel mit einer minderbemittelten K.I. sorgt bei Spielern für Frust. Auch andersherum ist es nicht einfacher. Kann man einen zu klugen Gegner nicht besiegen, ist die Gemütslage des Gamers nicht besser. Es muss also ein Mittelweg gefunden und der Gegner durch logisches Verhalten bezwungen werden können.

Künstliche Intelligenz, die auf den Spieler reagiert, sich weiter entwickelt und anpasst, nennt sich adaptive K.I. – sie wird in den nächsten Jahren immer wichtiger, sagen Experten. Mit K.I. in Spielen wird bereits seit langem experimentiert. Schon in den 90ern gab es erste intelligente Charaktere in Spielen wie „Creatures“, die Eigenschaften vererben konnten.

In aktuelleren Spielen wie „Forza Horizon 2“ oder „Mittelerde: Mordors Schatten“ (beide 2014) stellt sich die K.I. bereits auf die individuellen Fähigkeiten und Handlungen des Spielers ein. Sie soll persönlicher werden, aber auch unberechenbarer als bei den klassischen Schwierigkeitsstufen (leicht, mittel schwer etc.). Das wäre eine bahnbrechende Novation und würde Spiele immer wieder in eine neue Richtung lenken. Eine intelligente K.I. könnte den Spielemarkt revolutionieren und gerade Alleinspielern das Gefühl geben, nicht gegen einen Computergegner anzutreten. Vieles ist mit künstlicher Intelligenz denkbar, doch ein kleines bisschen Gruselfaktor bleibt – vor allem dann, wenn die K.I. sich unvorhergesehen allein weiterentwickelt. Bleibt die Frage: Wie viel „Freiheit“ soll der Macher programmieren?

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