Studie : Liegengelassene Hundehaufen enthalten mehr Parasiten

Kokzidien (lat. Isospora ohioensis), ein Darmparasit. Inst. F. Parasitologie/Vetmeduni Vienna
Kokzidien (lat. Isospora ohioensis), ein Darmparasit. Inst. F. Parasitologie/Vetmeduni Vienna

Hundekot auf Bürgersteigen und in Parks enthält mehr Parasiten als ordentlich in Mülleimer geworfene Haufen. Dies und einige weitere Ergebnisse haben Forscher aus Wien herausgefunden.

shz.de von
25. November 2018, 12:07 Uhr

Große Unterschiede zwischen Hundehaufen haben Forscher aus Wien festgestellt. Liegengelassener Hundekot enthält demnach mehr Parasiten als solcher, der ordentlich im Mülleimer entsorgt wurde.

«Dies könnte wohl mit dem unterschiedlichen Hygienebewusstsein der Hundehalter zusammenhängen», erklärt die Forscherin Barbara Hinney von der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Das Team um Hinney hatte in Wien gut 1000 Hundehaufen vom Boden und aus Mülleimern in Parks und an Straßen analysiert.

Um die Ausbreitung von Parasiten zu vermeiden, sollte man Hundekot deshalb ordnungsgemäß entsorgen, empfehlen die Wissenschaftler. Damit halte man das Infektionsrisiko für Menschen und andere Tiere gering. Das gelte auch «in der freien Natur» und besonders auf landwirtschaftlichen Grünflächen. Da letztere zur Produktion von Futter dienten, könnte der Kot weitere Tiere infizieren.

Die Studie im Fachmagazin «Veterinary Parasitology» zeigt zudem, dass der Kot von Wiener Hunden vergleichsweise wenig Parasiten wie etwa Hundespulwürmer (Toxocara canis) enthält. In anderen europäischen Städten sei die Häufigkeit von Parasiten höher, heißt es in einer Mitteilung zur Studie.

Auch im Vergleich mit 480 Proben aus stadtnahen beziehungsweise ländlichen Regionen in Österreich war die Häufigkeit von Parasiten in Wien demnach deutlich geringer. Ob in einem Viertel viele oder wenige Menschen und Vierbeiner leben, habe hingegen keine Auswirkungen auf die Häufigkeit von Parasiten gehabt. Ein Grund dafür könnte sein, dass gerade im städtischen Raum viele Hundebesitzer den Kot aufsammeln, vermuten die Forscher.

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