Exoplaneten : „Kepler“-Teleskop: Nasa entdeckt über 1200 neue Planeten

Das Konzept eines Künstlers zeigt ausgewählte Planeten aus bisher gemachten Entdeckungen des „Kepler“ -Weltraumteleskops.

Das Konzept eines Künstlers zeigt ausgewählte Planeten aus bisher gemachten Entdeckungen des „Kepler“ -Weltraumteleskops.

Es ist der größte Fund an neuen Planenten. Damit hat sich die Zahl der bestätigten Planeten verdoppelt. Die Hoffnung der Wissenschaftler wächst, eine „zweite Erde“ zu finden.

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11. Mai 2016, 11:59 Uhr

Washington | Astronomen der Nasa haben am Dienstag bekanntgegeben, mehr als 1200 neue Planeten entdeckt zu haben. Damit verdoppelte sich schlagartig die Zahl der bisher bestätigten Planeten in der „Kepler“-Mission. Diese sogenannten Exoplaneten waren mit dem Weltraumteleskop „Kepler“ der US-Raumfahrtbehörde Nasa aufgespürt worden. Bislang hatten sie allerdings lediglich den Status von Planeten-Kandidaten. Eine neue statistische Analyse im Fachblatt „The Astrophysical Journal“ kommt nun zu dem Schluss, dass es sich bei 1284 Kandidaten mit mindestens 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit um echte Planeten handelt.

Exoplaneten sind Himmelskörper außerhalb des Sonnensystems und gehören damit einem anderen Planetensystems an. Zuletzt wurde im Juli 2015 der „Kepler-452b“ entdeckt, der unserer Erde sehr ähnlich ist und damit die grundsätzlichen Voraussetzungen für Leben erfüllt. 

„Das ist die größte Zahl von Exoplaneten, die je auf einmal bekanntgegeben worden sind“, sagte der Hauptautor der Analyse, Timothy Morton von der Princeton University (US-Staat New Jersey), am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Washington. Mit der neuen Untersuchung habe sich die Zahl bestätigter „Kepler“-Exoplaneten mehr als verdoppelt, betonte Nasa-Forscherin Ellen Stofan. „Das macht uns Hoffnung, dass wir irgendwann da draußen bei einem Stern ähnlich unserem eigenen eine weitere Erde entdecken.“

Der 2009 gestartete Planetenjäger „Kepler“ späht nach winzigen regelmäßigen Helligkeitsschwankungen von Sternen, die entstehen, wenn ein Planet von der Erde aus gesehen genau vor seinem Stern vorbeizieht - eine Art Mini-Sternfinsternis. Allerdings können auch andere Phänomene derartige Helligkeitsschwankungen erzeugen, etwa zwei sich umkreisende Sterne.

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Die Forscher um Morton hatten mit statistischen Methoden alle 4.302 Planeten-Kandidaten analysiert, die „Kepler“ bis zum Juli 2015 entdeckt hatte. 984 davon waren bereits mit anderen Techniken als tatsächliche Exoplaneten bestätigt worden. 1.284 weitere identifizierte das Forscherteam nun als echte Planeten. Bei 707 anderen handelt es sich dagegen wahrscheinlich um einen Fehlalarm. Die verbleibenden 1.327 Kandidaten haben zwar eine größere Wahrscheinlichkeit, echte Planeten zu sein als ein Fehlalarm, ihr Status lässt sich aber noch nicht klären.

Die bisher bekannten Ergebnisse aus der Suche nach Planeten, die sich in der bewohnbaren Zone zu einem Stern wie unserer Sonne befinden.
Nasa

Die bisher bekannten Ergebnisse aus der Suche nach Planeten, die sich in der bewohnbaren Zone zu einem Stern wie unserer Sonne befinden.

Mit den jetzt bestätigten „Kepler“-Kandidaten haben Astronomen inzwischen rund 3.400 Planeten bei anderen Sternen in der Milchstraße gefunden. „Vor dem Start des „Kepler“-Weltraumteleskops wussten wir nicht, ob Exoplaneten in unserer Galaxie selten oder häufig sind“, erklärte der Direktor der Astrophysik-Abteilung in der Nasa-Zentrale, Paul Hertz, in einer Mitteilung der US-Raumfahrtbehörde. „Dank „Kepler“ und der Forschergemeinde wissen wir jetzt, dass es mehr Planeten als Sterne geben könnte.“

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Unter den neu bestätigten „Kepler“-Planeten sind nach Nasa-Angaben rund 550 so klein, dass sie Gesteinsplaneten sein könnten - wie unsere Erde. Neun davon umkreisen ihren Stern in der sogenannten bewohnbaren Zone, wo die Temperaturen die Existenz von flüssigem Wasser erlauben. Flüssiges Wasser ist unverzichtbar für Leben wie wir es kennen. Insgesamt kennen Astronomen damit nun 21 solcher Exoplaneten. Ob es auf ihnen allerdings tatsächlich Wasser oder gar Leben gibt, ist unbekannt.

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„Kepler“ hat vier Jahre lang in einem kleinen Himmelsausschnitt die Helligkeit von rund 150.000 Sternen genau verfolgt. Nur falls ein Planet von der Erde aus gesehen genau vor seinem Stern vorbeiläuft, kann das Weltraumteleskop ihn entdecken. Unter dieser Voraussetzung lässt sich aus den von „Kepler“ gefundenen Exoplaneten auf die tatsächliche Planetenhäufigkeit in der Milchstraße hochrechnen.

Nach dem Ende der regulären Mission ging das fliegende Observatorium, das wiederholt mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, mit der „K2“-Mission in die Verlängerung. Nachdem sich „Kepler“ Anfang April vorübergehend in einen Notfallmodus versetzt hatte, arbeite das Teleskop inzwischen wieder normal, betonte Nasa-Missionsmanager Charlie Sobeck. Der Treibstoff dürfte nach seinen Worten noch für zwei weitere Jahre reichen.

2018 will die Nasa dann den „Kepler“-Nachfolger „Tess“ ins All schicken, der mit derselben Methode 200.000 Sterne unserer direkten kosmischen Umgebung auf Planeten untersuchen soll.

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