Henckes Netzwelt : Jump and Run: Prince of Pegida

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Ein Dresdener Student macht mit einem fiktiven Spiel auf die Pegida-Bewegung aufmerksam.

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12. Januar 2015, 10:39 Uhr

Es ist ein Wutbürger-Spiel für die ganze Familie, kommt aus dem Hause „NS-Games“ und kostet 8,88 D-Mark. Soviel zu den Eckdaten des neuen Jump-and-Run-Spiels „Prince of Pegida“. Von einem Dresdener Studenten erdacht, kämpft ein blonder Hühne als letzter patriotischer Europäer mit dem „Schwert der Ahnungslosigkeit“ gegen „Muselmänner“, „Lügenpresse“ und Moscheen und rettet so das Abendland.

Franz Jänich preist sein fiktives „Spiel“ in tiefstem sächsischen Dialekt als Trailervideo auf Youtube   an.   Der Blogger und Youtuber will mit der Satire auf die Anti-Islam-Bewegung Pegida aufmerksam machen. Er hält die als Abendspaziergänge bezeichneten Demos für besorgniserregend. Die im Trailer für das Spiel genutzten Floskeln seien Kommentare aus dem realen Leben und von den Demonstrationen, sagt Jänich. 126  000 Klicks hat das Video bereits gesammelt. Viele Kommentare sind positiv. Doch das Video stößt auch auf Kritik.

Der Clip liefert weiteren Zündstoff in einer Debatte um Fremdenfeindlichkeit, die in Deutschland lichterloh brennt. In Dresden demonstrieren wöchentlich Tausende unter dem Deckmantel einer vermeintlichen Islamisierung Europas. Dabei haben viele Bürger eher pure Existenzangst angesichts von Arbeitslosigkeit und Geldsorgen. Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Pegida macht sich diese Ängste zu nutze, die Probleme mit den Asylsuchenden zu begründen und Menschen so zu stigmatisieren. Am Ende ist das Satire-Video ein Tropfen auf den heißen Stein – aber ein wichtiger in einer andauernden Diskussion.

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