Maas' Netzwelt : Ist Twitter noch zu retten?

Rote Zahlen, ein neuer alter Chef und alles bleibt, wie es ist. Der 140-Zeichen-Dienst schwächelt.

bma-autorin.jpg von
22. Juni 2015, 17:47 Uhr

Ich mag Twitter. Schon rein optisch. Das blaue Vögelchen – bezaubernd. Und der Fail-Whale, dieser riesige Wal, den Vögel an Seilen wegtrugen, wenn Twitter down war – allerliebst. Ich habe ihn lange nicht gesehen. Twitter hat ihn entsorgt.

Und auch der Charme der ersten Jahre ist verschwunden, die Konkurrenz groß, der Druck auch. Twitter schreibt rote Zahlen: Im ersten Quartal 2015 standen unterm Strich 162,4 Millionen Dollar Verlust. Geschäftsführer Dick Costolo trat vor gut einer Woche zurück, Jack Dorsey übernimmt.

Der Mitgründer war 2008 schon CEO, und manche finden, er habe keine Manager-Qualitäten. Letzte Woche sagte der Übergangschef in einem Interview, er sehe keinen Anlass für Veränderungen. Der Aktienkurs stieg zuerst - und stürzte dann ab. Rapper Snoop Dogg bot sich als Twitter-Chef an - natürlich mit einem Tweet. Die Botschaft: Den Job kann jeder besser.

Twitters Vorreiterrolle ist lange verloren: Alle blasen von überall ihre Kurztexte, Bilder und Videos ins Netz. Twitter setzt im Gegensatz zu Facebook aufs echte Fluten – ganz ohne Algorithmus, der vorsortiert. Fans finden das klasse, weil sie sich selbstbestimmt fühlen. Viele finden das anstrengend. Und Twitter ist das offenbar egal.

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