Dreyklufts Netzwelt : Internet, das diffuse Risiko

Die Deutschen haben Angst vor dem Netz. Aktuelle Daten zeigen, warum.

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28. Juli 2015, 18:48 Uhr

Die Deutsche Telekom lässt vom Allensbach-Institut seit fünf Jahren die Deutschen nach ihren Ängsten und Risikoeinschätzungen befragen. Die aktuelle Studie mit dem etwas hochtrabenden Titel „Sicherheitsreport 2015“ liegt seit Montag vor. Dafür hat die Telekom knapp 1400 Menschen in Deutschland repräsentativ befragen lassen. Die Ergebnisse sind so widersprüchlich wie interessant.

Fakt 1: Fast die Hälfte der Deutschen hat Angst vor den Gefahren aus dem Internet. Zwar dominieren die Ängste vor Demenz und Armut im Alter oder Krankheiten wie Krebs (48, 43 und 41 Prozent). „Missbrauch von persönlichen Daten“ folgt erst auf Rang neun mit 28 Prozent. Zählt man andere Internet-Gefahren aber dazu (Computerviren, staatliche Überwachung, Missbrauch von Daten in Netzwerken wie Facebook), haben 48 Prozent irgendwie Angst vor dem Internet.

Fakt 2 ist aber: Die Angst vor „Cyberrisiken“ nimmt seit 2013 kontinuierlich ab, insbesondere die Angst vor Datenbetrug. Ausnahme: Computerviren werden heute als gefährlicher eingeschätzt als vor zwei Jahren.

Fakt 3: Die Deutschen glauben, dass die „Cyberrisiken“ in Zukunft stark zunehmen werden. Bei der Frage nach Zukunftsrisiken liegt „Datenmissbrauch durch Unternehmen“ auf Platz 3 (70 Prozent) gleich nach Altersarmut (80 Prozent) und Demenz (74 Prozent).

Mein persönliches Fazit: Die Angst der Deutschen vor dem Internet ist diffus und abstrakt. Die leichte Abnahme der Angst seit zwei Jahren dürfte damit zu tun haben, dass für viele Menschen das Internet Teil des Alltags geworden ist. Vertraute Dinge nimmt man weniger als Bedrohung wahr. Für die Zukunft glaube ich auch, dass die Gefahr aus dem Netz größer wird. 70 Prozent der Deutschen sehen hier „Missbrauch durch Unternehmen“ als zunehmendes Risiko, 47 Prozent staatliche Überwachung. Persönlich würde ich das genau anders herum gewichten.

> Die Pressemitteilung der Telekom mit dem Download-Link zur Studie gibt es hier: http://bit.ly/1SKJqN5

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