Senioren an die Computer : Hilfe für Senioren: Keine Angst vor dem Computer

Spaß statt Vorsicht: Mit „Senioren an die Computer“ soll Älteren der Einstieg ins digitale Leben leicht gemacht werden.
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Spaß statt Vorsicht: Mit „Senioren an die Computer“ soll Älteren der Einstieg ins digitale Leben leicht gemacht werden.

Unsicherheit oder gar Angst lassen ältere Menschen in technischen Dingen oft resignieren. Ein Start-up aus dem Kreis Segeberg verspricht Hilfe.

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04. Juli 2015, 03:15 Uhr

Sülfeld | Welches Gerät ist das passende für mich? Wie richte ich eigentlich meinen Internetanschluss ein? Und wie ging das noch mit diesem Whatsapp? Für so manchen Schleswig-Holsteiner sind die Barrieren zum sicheren SMS schreiben, Surfen oder Mailen so groß, dass er die Aufgabe lieber gar nicht erst angeht. Damit Angst und Überforderung keine Ausrede mehr sind, ist Timo Eisenblätter da. Ganz frisch ist der IT-Fachmann aus Sülfeld (Kreis Segeberg) mit seinem Start-up „Senioren an die Computer“ im Land unterwegs, besucht ältere Menschen in ihrem Zuhause und steht mit Rat und Tat zur Seite. „Der Bedarf ist da“, sagt Eisenblätter. Viele Ältere suchten nach einer Möglichkeit, am digitalen Leben teilzuhaben.

Und die Rückmeldungen zeigten, dass es funktioniert, berichtet er. Nach ein paar Stunden gibt es kein „Ach Oma, warum kannst du das nicht“ mehr auf die Ohren. Die Senioren seien mittendrin im digitalen Alltag „und der Enkel kippt vom Stuhl“, erzählt Eisenblätter und lacht.

Sein Job als selbsternannter „Computer-Dolmetscher“ ist für Eisenblätter eine Herzensangelegenheit. Während des Zivildienstes bei einer Sozialstation habe er die Freude an der Arbeit mit älteren Menschen entdeckt. Erfahrung im IT-Bereich habe er im Beruf sammeln können – vom Bauen von PCs bis hin zum Programmieren: „Ich mache mein ganzes Leben lang nichts anderes.“ Dass er nun – rund 30 Jahre später – beide Welten beruflich vereinen kann, hat er dem Zufall zu verdanken: „Jemand aus meiner Familie fragte nach Hilfe“, erzählt er und resümiert: „Jeden Tag stelle ich fest: Die Idee war goldrichtig.“

Die Anfragen erstrecken sich von: „Ich habe ein kleines Problem“ bis hin zur ausführlichen Starthilfe für gänzlich Unerfahrene. Die Wahl des passenden Vertrages, der Beratung für das richtige Gerät oder gar dessen Besorgung wie auch die Einstellung sowie die Einrichtung des Netzwerks – bei alldem könne Timo Eisenlätter Hilfe leisten, zählt er auf. Auch mieten könne man Geräte bei dem Fachmann. Und auch Hausaufgaben gehören mit zum Lernprogramm: „Ich telefoniere mal mit meinen Schülern mit dem Handy oder wir schicken SMS“, erklärt Eisenblätter.

Damit aber auch möglichst viel Wissen vermittelt werden kann, setzt Eisenblätter auf das Lernen im kleinen Kreis: „Wir machen ausschließlich Einzelschulungen bei den Leuten zuhause“, erklärt er. So könne man äußere Einflüsse ausschließen. „Ein Kurs mit mehreren Teilnehmern führt dazu, dass die Einzelperson nicht viel mitnimmt.“ Der eine sei besser, der andere weniger gut mit der Materie vertraut. Auch die Lerngeschwindigkeit variiere. Zudem würden Hemmschwellen größer sein, wenn Teilnehmer merkten, dass andere viel mehr wissen. Und dann mache es den Leuten keinen Spaß mehr – genau darum gehe es aber.

Dass seine Arbeit aber sogar viel mehr als nur technische Hilfestellung und gemeinsames Üben bedeutet, freut Eisenblätter besonders: „Wir reden über Gott und die Welt. Das gehört dazu. Und das ist toll!“ Um sicherzustellen, dass jeder mit der nötigen Freude dabei ist, ist die erste Stunde kostenlos – damit man sich beschnuppern kann. Dabei erst merke man, ob auch die Chemie stimmt: „Es muss passen, die Leute sollen Spaß haben.“


> Senioren an die Computer: Eine Stunde kostet 60 Euro, eine erste Schnupperstunde ist frei.
Kontakt: timo@seniorenandiecomputer.de; Telefon: 04537 – 183 9669

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