Maas’ Netzwelt : „George talks“ fürs iPhone: Die sprechende Geldnote

Eine App lässt den ersten US-Präsidenten, George Washington, zu Donald Trump sprechen.

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24. Januar 2017, 13:14 Uhr

Donald Trump ist jetzt schon ein paar Tage der 45. Präsident der USA. Er hielt seine Rede („America first“), sein Pressesprecher Sean Spicer versuchte in der ersten Pressekonferenz, Journalisten offensichtliche Lügen („die größte Menschenmenge bei einer Amtseinführung aller Zeiten“) zu diktieren und Trump-Beraterin Kellyanne Conway nannte das „alternative Fakten“. Alles, was auf den Webseiten des Weißen Hauses an den Klimawandel und die Rechte Homosexueller erinnerte, ist verschwunden. Millionen gingen beim „Women’s March“ gegen Trump auf die Straße.

Außerdem meldete sich George Washington, der erste Präsident der USA und seit ungefähr 217 Jahren tot, zu Wort, um seinem Nachfolger ins Gewissen zu reden. In der Augmented-Reality-App „George talks“ fürs iPhone. Von einer Ein-Dollar-Note.

Hält man die Smartphone-Kamera über den Geldschein, erhebt sich der Gründungsvater dreidimensional aus seinem Rahmen und setzt zur Rede an: Die Politik von heute habe nicht viel mit seiner Zeit zu tun. „Und die Welt baut Mauern statt Brücken.“ Der digitale Washington fährt fort: „Ich bin ehrlich besorgt um den Zustand unserer Demokratie. Wie ich bereits in meiner Farewell Adress gesagt habe, könnten durchtriebene, ehrgeizige und charakterlose Menschen im Kampf zwischen politischen Parteien an die Macht gelangen.“ Die Abschiedsrede, die hier erwähnt wird, stammt aus dem Jahr 1796.

Die Worte Washingtons – in der Aussage belegt – erteilen Fanatismus und Verfolgung von Minderheiten eine Absage. Milliardär Donald Trump sollte doch eigentlich die Sprache des Geldes verstehen.

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