Maas’ Netzwelt : Freies WLan auf dem Mount Fuji

Auf Japans höchstem Berg noch mal eben kurz die E-Mails checken? Das ist neuerdings Realität. Leider.

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14. Juli 2015, 03:45 Uhr

Im Urlaub freut man sich ja besonders über das, was man zu Hause nicht hat. Über Berge, wenn man am Meer lebt. Über Meer, wenn man in den Bergen lebt. Oder über Internetempfang mit dem Smartphone, wenn man in Schleswig-Holstein lebt. Dass New York in punkto WLan-Hotspots besser abschneidet als Kappeln, Schnarup-Thumby oder auch Kiel, habe ich akzeptiert. Wer alles – also Naturerlebnis und WLan – will, darf sich ein neues Ziel ganz oben auf die Bucketlist schreiben: Bergsteigen auf dem Mount Fuji.

Auf Japans höchstem (3776 Meter) und beliebtesten (zwischen 40.000 und 50.000 Touristen im Jahr 2014) Berg gibt es seit Freitag in acht Wanderbereichen kostenloses WLan – auf ausdrücklichen Wunsch der Besucher. Bisher konnten die Bergsteiger ihr Gipfel-Selfie ihren gespannt zu Hause nach Fotos lechzenden Lieben erst Stunden oder Tage später präsentieren. Jetzt gibt es den Mount-Fuji-Beweis sofort, oder gleich einen Anruf via Skype. So ein Glück?

So ein Blödsinn! Denn Bergsteigen ist ein Abenteuer, ein Kraftakt mit einer einzigartigen Belohnung – einem überwältigendem Ausblick. Selfies und Gequatsche machen diesen Moment klein, irgendwie gewöhnlich. Wer kann das wollen?

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