Fligges Netzwelt : Einen Router für die Oma?

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Online-Shops setzen penetrant auf Personalisierung. Nur der Weihnachtsmann hat davon nichts.

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18. Dezember 2014, 09:59 Uhr

Online-Shopping hin oder her – es ist nicht einmal mehr eine Woche vor Heilig Abend und ich habe immer noch keine Geschenke. Dabei ist doch jetzt alles so einfach. Mit den vielen Apps der großen Händler könnte ich theoretisch Wünsche in der Mittagspause regeln. Warten. Paket annehmen. Fertig.

Nur hilft die beste Technik nicht, wenn die Ideen fehlen. Vor zehn Jahren bin ich einfach in ein großes Kaufhaus gegangen und habe mich inspirieren lassen. Inspiration finde ich vor meinem Smartphone nicht. Denn heute speichern Nutzerkonten in der Cloud und Cookies auf meinem Rechner mein Surf- und Kaufverhalten. Und das macht die Algorithmen zu meinen Vormündern. Der Ausschnitt des riesigen Sortiments, zum Beispiel in der Amazon-App, ist komplett auf mich zugeschnitten.

Das führt zu folgendem Problem. Eigentlich suche ich ein Geschenk für meine Oma. Amazon empfiehlt mir: diverse Router, Display-Schutzfolien und Saiten für E-Gitarren. Ich könnte mich selbst beschenken, aber das Weihnachts-Problem löst das leider nicht. Personalisierter Werbung sei dank, werde ich dieses Jahr wohl doch wieder ganz konventionell vor die Tür gehen.

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