Fligges Netzwelt : Ein Alltag voller Schwachstellen

Die allgegenwärtige Vernetzung vom Kombi bis zum Kühlschrank fordert höchste Sicherheitsbestimmungen.

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22. Juli 2015, 19:10 Uhr

Wenn das Unterhaltungssystem zum Einfallstor für Hacker wird: Dass Sicherheitsforscher in den USA via Internet die Kontrolle über einen Jeep übernehmen konnten, zeigt, wie anfällig unsere Mobilität geworden ist. Das Auto wird immer mehr zur Multimedia-Zentrale und bietet mittlerweile auch eine Internetverbindung. Passend dazu gab das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam am Mittwoch bekannt, dass die Zahl von Software-Sicherheitslücken für 2015 schon jetzt über der aus dem gesamten Jahr 2004 liegt.

Dass gewisse Programme anfällig für Angriffe von außen sind – daran haben wir uns gewöhnt. Aber anders als das gekaperte Konto bei einem Onlineshop, werden Schwachstellen in Fahrzeugen bei Tempo 130 auf der Autobahn zur physischen Bedrohung.

Übrigens hat Navigationsspezialist TomTom in dieser Woche damit begonnen, bestimmte Straßenabschnitte in Deutschland, Frankreich, Japan und den USA in besonders hoher Auflösung mit Kamera-Fahrzeugen zu fotografieren. Hintergrund: Selbstfahrende Autos benötigen sehr detailreiche Karten, wenn Algorithmen uns von A nach B bringen. Hier werden die Weichen gestellt für eine Zukunft, in der wir das Lenkrad komplett in die Hände von Technik und künstlicher Intelligenz legen. Die eingangs geschilderten Ergebnisse der US-amerikanischen Sicherheitsforscher bekommen vor diesem Hintergrund zusätzliches Gewicht.

Offensichtlich sind Autohersteller noch nicht bereit für diese Zukunft, wenn schon jetzt Schwachstellen im Bordcomputer für Probleme sorgen. Die allgegenwärtige Vernetzung nicht nur vom Kombi, sondern auch unseres gesamten Alltags, fordert höchste Sicherheitsbestimmungen vor jedem Profit.

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