Breyers Netzwelt : Drei Tipps zum Schutz vor Spam und Datendiebstahl

Datensparsamkeit kann vor Spam und Missbrauch schützen.
Datensparsamkeit kann vor Spam und Missbrauch schützen.

Manchmal müssen für Online-Dienste Daten eingegeben werden. Doch gläsern muss dadurch kein Nutzer werden.

shz.de von
03. März 2018, 18:23 Uhr

Anmeldeformulare sind Datenstaubsauger: Von der E-Mail-Adresse über die Anschrift bis hin zum Geburtsdatum wollen Internetanbieter alles über neue Nutzer wissen. Wer alles ausfüllt, muss mit einer Spam-Flut unerwünschter E-Mails rechnen. Kriminelle können gestohlene Privatanschriften und Geburtsdaten aber auch verwenden, um sich Versicherungen oder Krankenkassen gegenüber am Telefon als wir auszugeben (Identitätsdiebstahl). Mit ein paar einfachen Tipps kann man sich schützen:

1. Daten, die nicht herausgegeben werden, können auch nicht missbraucht werden. Wirklich nötig ist die Angabe von Namen und Anschrift oft nur beim Online-Shopping zur Paketzustellung. Das Geburtsdatum wird allenfalls für Bonitätsabfragen benötigt. Wo aber unnötigerweise nach persönlichen Angaben gefragt wird, genügt es, Fantasiedaten einzutragen.

Das ist nicht strafbar, solange es nicht in der betrügerischen Absicht erfolgt, um die Bezahlung kostenpflichtiger Angebote herumzukommen. Beim Erfinden einer Zufallsidentität hilft der „Fake Name Generator“.

2. Viele Internetdienste werden erst nach Bestätigung einer erhaltenen E-Mail freigeschaltet. Empfehlenswert ist in solchen Fällen z.B. die „Anonbox“ des Chaos Computer Clubs: Mit einem Klick auf „Erzeugen“ erhält man eine 24 Stunden gültige Wegwerf-E-Mail-Adresse. Damit kann man Bestätigungscodes empfangen, weitere lästige E-Mails werden gelöscht.

3. Von einigen Internetdiensten, die wir länger nutzen, wollen wir immer wieder E-Mails empfangen. Um trotzdem nicht die persönliche E-Mail-Adresse herausgeben zu müssen, empfiehlt sich ein Weiterleitungsdienst wie „Spamgourmet“. Vertraut man diesem Dienst einmal seine persönliche E-Mail-Adresse an, kann man allen anderen Anbietern Spamgourmet-E-Mail-Adressen nennen. Dort eingehende E-Mails werden an die persönliche Adresse weiter geleitet, aber maximal 20 E-Mails (verlängerbar) und jederzeit abstellbar.

Patrick Breyer ist Sprecher für Datenschutz bei der Piratenpartei.
 

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