Dreyklufts Netzwelt : Das Internet: Überall Verbrecher

Ein Messer. Lässt sich für Allerlei Legales verwenden.
Ein Messer. Lässt sich für Allerlei Legales verwenden.

Wenn wir über das Internet nachdenken, sehen wir ständig Gefahren und Kriminalität. Schlimm, meint unser Kolumnist.

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25. Februar 2015, 03:23 Uhr

Mit einem Auto lässt sich eine Bank überfallen. Mit einem Brief ein Betrug  verabreden. Mit einem Messer ein Mensch töten. Im Alltag ist das Theorie. Niemand würde auf die Idee kommen, Nutzern von Alltagsprodukten per se zu unterstellen, sie führten Böses im Schilde.

Im Internet ist das anders. Paranoia allenthalben. Wenn Internetnutzer, privat oder Unternehmen, ihre Daten im Netz verschlüsseln wollen, wird ihnen Kriminelles unterstellt. So fordert, ich erwähnte es an dieser Stelle bereits, Innenminister Thomas de Maizière einen Nachschlüssel für Behörden, mit dem sie jede Kommunikation entschlüsseln können. Man stelle sich das mal bei Privatwohnungen oder Firmengeländen vor.

Paranoid sind wir auch, wenn es um anonymen Zugang zum Internet geht. Wer so etwas will, hat aus Sicht der Bundesregierung Schlimmes vor. Laut Spiegel Online diskutiert die gerade, Anbieter offener WLANs zu verpflichten, „den Namen des Nutzers zu kennen“. Initiativen wie etwa der Flensburger Freifunk wären dann de facto tot.

In Dänemark laufen weit weniger Internet-Verbrecher herum. Dort sind freie WLANs ohne Anmeldung deshalb Standard. In Deutschland wird der Kleinkriminelle dagegen ertappt und seiner gerechten Strafe zugeführt. Schwerkriminelle nicht, denn die kennen diese Website: www.torproject.org.

Wie paranoid wir sind, zeigt auch diese kleine Geschichte. Der Organisator einer großen Veranstaltung berichtete mir, er werde ein frei zugängliches WLAN anbieten, um junges Publikum anzulocken. Auf meine Frage, mit einer nicht bemerkten Ironie  gestellt, ob es denn eine „Vorschaltseite“ mit Registrierung gebe, bekam ich die völlig ernst gemeinte Antwort: Natürlich, sonst haben wir doch die ganzen Pädophilen bei uns.

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