Zehn Jahre Onlineredaktion : Besondere Geburtstagsaktion: Leser fragen, shz.de antwortet

Normalerweise stellen die Journalisten die Fragen – wir haben den Spieß umgedreht und unsere Leser gebeten, uns zu löchern.

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03. November 2017, 18:58 Uhr

Wo sitzt die Online Redaktion? 

Das sh:z-Medienhaus in der Flensburger Fördestraße.
Das sh:z-Medienhaus in der Flensburger Fördestraße.

Wir sitzen in einem Newsroom im sh:z-Medienhaus. Das ist in Flensburg-Mürwik neben dem Kraftfahrt-Bundesamt. Genaue Adresse: Fördestraße 20.

Wo bekommt ihr die ganzen Informationen her? Macht ihr Interviews? 
Wir haben 22 Lokalredaktionen in Schleswig-Holstein und Reporter für ganz Schleswig-Holstein. Die Redaktionen bekommen ihre Informationen von den jeweiligen Ansprechpartnern vor Ort, also vom Polizeisprecher, von Kommunalpolitikern oder Vereinen. Oft senden sie Mails mit Informationen oder Einladungen zu Terminen. Wenn man unabhängig von einem aktuellen Termin an einem Thema recherchiert, fragt man zum Beispiel bei Pressestellen nach dem Ansprechpartner. Mit einigen führen wir dann auch Interviews. Viele wichtige Themen bekommen wir auch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit ihrem Landesdienst Nord (lno).

Seit wann gibt es die Online-Redaktion?


 

Die Onlineredaktion in ihrer jetzigen Form wurde im November 2007 gegründet. Es gab aber schon davor die Nachrichtenseite shz.de, die auch redaktionell betreut wurde. Vor zehn Jahren entschloss man sich aber, eine mehrköpfige Redaktion zu gründen, die im Schichtbetrieb aktuell daran arbeitet.

Und wann fangt ihr an zu arbeiten und wann ist Feierabend? 
Unser Frühdienst startet um 6.30 Uhr, der Spätdienst bleibt bis 20.30 Uhr in der Redaktion. Bei späten Handball- oder Fußballspielen bleibt ein Redakteur, bis der aktuelle Spielbericht auf der Seite veröffentlicht wurde. Außerdem gibt es einen nächtlichen Notdienst. Schon in den kommenden Wochen werden wir unsere Schichten so verschieben, sodass wir morgens noch früher und abends später für unsere Leserinnen und Leser da sein können.

Haben Sie lange Arbeitszeiten?
Wir arbeiten in der Regel 40 Stunden in der Woche. Überstunden sind nicht ungewöhnlich und werden anschließend abgefeiert.

Wie viele Mitarbeiter sind in der Onlineredaktion tätig und wie viele arbeiten täglich?
shz.de hat zehn Redakteure und Redakteurinnen (eine davon derzeit in Elternzeit) und einen Chefredakteur. Dazu kommen noch zwei Videoreporter. Außerdem bekommen wir Unterstützung von drei studentischen Hilfskräften. Manchmal arbeiten auch Volontäre bei uns in der Onlineredaktion - das sind Journalistenschüler. Für sie ist mittlerweile ein sechsmonatiger Einsatz in der Onlineredaktion während ihrer Ausbildung Pflicht. Es sind nie alle gleichzeitig da, da wir in einem Schichtsystem und an den Wochenenden arbeiten.

Mit wem kommunizieren wir Leser? Kommt doch mal aus der Anonymität heraus und stellt euch mal kurz vor. Gerne auch (per Link) die gesamte Redaktion mit Bildchen. Wer gut arbeitet, braucht sich nicht zu verstecken. Will gerne auch wissen, wer gelegentlich meine auf dem falschen WhatsApp-Kanal fehl geleiteten Liebesgrüße an meine Frau bekommt.
Tadaaa.

Unser Redaktionsteam: Tobias Fligge, Christin Lempfert, Marle Liebelt, Julia Gohde, Christina Norden, Sven Raschke, Miriam Richter, Sarah Sauerland, Mira Nagar und Maximilan Matthies (v.l.). Auf den Fotos: Merle Dießelkämper, Götz Bonsen, Gerrit Hencke und Joachim Dreykluft.
Michael Staudt

Das Team von shz.de: Tobias Fligge, Christin Lempfert (Volontärin), Marle Liebelt (Studentin), Julia Gohde (Content-Marketing), Christina Norden, Sven Raschke (Volontär), Miriam Richter, Sarah Sauerland, Mira Nagar und Maximilian Matthies (v.l.). Auf den Fotos: Merle Dießelkämper, Götz Bonsen (Hilfskraft), Gerrit Hencke und Joachim Dreykluft.

Prozentualer Frauenanteil in der Redaktion?
Derzeit steht es (mit Volontärin)  8:6 für die Frauen, also 57 Prozent.

Wer entscheidet über die Themen, die online gestellt werden? 
Wir beraten uns morgens um 9 Uhr in einer Themenkonferenz. Dabei legen wir die absehbaren Schwerpunkte. Es sitzt immer jeweils eine Person am Newsdesk und wählt die regionalen Themen aus, die auf shz.de veröffentlicht werden. Zusätzlich gibt es zeitweise jemanden, der die überregionale Berichterstattung übernimmt. Unsere Newsdesk-Leiterin Christina Norden steht bei Fragen oder Unklarheiten zur Seite.

Ist es schwer, alle Nachrichten auf allen Kanälen bereit zu stellen?
Es ist Übungssache, bei so vielen Kanälen den Überblick zu behalten. Wir behalten immer mindestens die Nachrichtenagenturen, das Email-Postfach, soziale Netzwerke und unseren Kommentarbereich im Blick. Außerdem klingelt natürlich auch immer wieder das Telefon.

Wie lange haben die Redakteure Zeit, einen Artikel zu schreiben? 
Das hängt immer ganz vom Thema ab und davon, wie viel sonst noch auf der To-Do-Liste steht. Manche Beiträge sind innerhalb kürzester Zeit fertig, für etwas aufwändigere Artikel braucht man einen oder sogar mehrere Tage. Für manche Projekte, etwa dieses, recherchieren, schreiben, fotografieren und filmen wir auch mal wochenlang.

Mich interessiert, wie lange es dauert, bis ein Bericht fertig ist und er online geht. 
Wenn ein Redakteur mit einem Artikel fertig ist, gibt er ihn zunächst zur Korrektur. Danach müssen die Fehler berichtigt und eventuell noch inhaltliche Änderungen gemacht werden, wenn zum Beispiel etwas unverständlich geschrieben wurde oder wichtige Details fehlen. Der Newsdesk entscheidet, ob der Text sofort erscheinen soll oder eventuell später veröffentlicht wird. Das hängt vom Inhalt ab und davon, ob und wie viele andere Artikel gerade aktuell fertig sind.

Recherchiert ihr selbst oder druckt ihr nur nach, was von der Printseite kommt?
Wir haben einen Mix aus eigenen Beiträgen, Agenturmeldungen und Artikeln aus unseren Tageszeitungen.

Wie schwer ist es, die Grätsche zwischen Qualität und schneller Berichterstattung zu meistern? 
Es gibt da dieses Sprichwort: „Be first, but first be right“ - „Hab's als Erstes – aber zuerst habe es richtig“. Daran wollen wir uns messen lassen, auch wenn wir dafür manchmal auch Kritik einfahren („Auf Facebook habe ich das schon vor zwei Stunden gelesen...“), denken wir, dass es wichtiger ist, eine verlässliche Nachrichtenquelle zu sein als eine, die jedes Gerücht als erstes rauspustet. Bei aktuellen, unklaren Lagen lösen wir das meist mit einem Artikel unter dem Stichwort „Was wir wissen und was nicht“.

Werden Artikel für den Fall der Fälle (halbe Redaktion krank) archiviert, damit sie später gedruckt werden können? 
Wir bekommen jeden Montag einen Obstteller, damit nicht zu viele krank werden :-) Allerdings hat jede Redaktion einen sogenannten Stehsatz. Man bereitet dafür Themen vor, die nicht tagesaktuell sind und veröffentlicht sie an Tagen, an denen nicht so viel Aktuelles kommt - meist, wenn die Nachrichtenlage dünn ist. Außerdem bekommen wir von der Agentur dpa täglich neue Berichte.

Macht ihr auch Investigativjournalismus, bei dem ihr geheime Mails bekommt, die besonders schützenswert sind, weil die Informanten Risiken zu befürchten haben?
Hin und wieder erreichen uns auch Mails, die wir vertraulich behandeln müssen. Investigative Recherche ist eher ein Steckenpferd der SH-Reporter aus der Printredaktion. Meist spielen wir entsprechende Mails und Themen, die die Onlineredaktion erreichen, den Kollegen zu. Wenn es zeitlich möglich ist, kann aber auch ein Onlineredakteur ein Thema verfolgen.

Googelt ihr auch ab und zu einfach nur mal den Begriff „Nachrichten“? 
Das nicht direkt, aber wir schauen über Google News und Google Trends, was es Aktuelles zu bestimmten Themen gibt.

Muss man für Ihren Job studieren oder reicht eine Ausbildung dafür? 
Journalist ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Für die Arbeit in der Onlineredaktion bei shz.de ist ein Studium erforderlich. Redakteure sollten außerdem ein Volontariat absolviert haben.

Schickt mir mal ein Foto von eurem Büro!

Ein Blick in unseren Newsroom: Hier arbeitet nicht nur die Onlineredaktion. Auch alle Redakteure, die den Zeitungsmantel und den Lokalteil des Flensburger Tageblatts produzieren, haben hier ihren Platz. Insgesamt stehen auf 500 Quadratmetern 70 Arbeitsplätze zur Verfügung.
Marcus Dewanger

Ein Blick in unseren Newsroom: Hier arbeitet nicht nur die Onlineredaktion. Auch alle Redakteure, die den Zeitungsmantel und den Lokalteil des Flensburger Tageblatts produzieren, haben hier ihren Platz. Insgesamt stehen auf 500 Quadratmetern 70 Arbeitsplätze zur Verfügung.

Wie sucht ihr die Themen für die Whatsapp-Newsletter aus? Unter welcher Kriterien? Nach welcher Wichtigkeit kommt es in den Newsletter?
Wir schauen, welche aktuellen Themen wir gerade auf shz.de haben und legen dabei einen Schwerpunkt auf Schleswig-Holstein. Da wir eine Schnittmenge aus Abonnenten und Newsletter-Empfängern haben, klammern wir Zeitungsgeschichten dabei aus.

Ist die Onlineredaktion interessiert an aktuellen Fotos und Berichten aus der Region von ihren Leser? Falls ja, wohin sollen sie geschickt werden? 
Wer Themenanregungen hat oder ein gutes Foto gemacht hat, kann sich per Mail an uns werden: onlineredaktion@shz.de.

Wie eng wird mit den Machern der Printausgabe zusammen gearbeitet?
Print und Online sitzen zweimal täglich in gemeinsamen Konferenzen zusammen, wo wir uns über die Themen austauschen. Da wir im selben Büro sitzen, reden wir aber auch außerhalb der Besprechungen über die wichtigsten Themen des Tages.

Ich wollte eigentlich mal wissen, wie ihr auf die Idee gekommen seid, eine Onlineredaktion zu starten.
Die Seite shz.de gibt es schön länger. Anfang des Jahrtausends wurde unter Chefredakteur Stephan Richter die Idee entwickelt, dort aktuelle Nachrichteninhalte zu veröffentlichen. Es gab dann mehrere Zwischenschritte, bis im November 2007 die Onlineredaktion gegründet wurde.

Wer hatte ursprünglich die Idee für so einen Newsletter über Whatsapp?    
Ähhh... ähm... ??? Entweder Miriam Richter oder Joachim Dreykluft.

Wie viele Teilnehmer erreicht der Newsletter über Whatsapp? 
Es sind mehr als 10.000 Empfänger. Die genaue Zahl veröffentlichen wir nicht.

Hallo, mich würde am meisten ein „Best of“ der ungewollt an Sie verschickten WhatsApp-Nachrichten interessieren. Ist mir persönlich ja auch schon passiert.
Ein Best Of haben wir nicht, das wären zu viele. Wir bekommen täglich Whatsapp-Nachrichten, die nicht für uns sind. Einkaufszettel, Urlaubsfotos und Wünsche, wo man wann abgeholt werden möchte, solche Nachrichten sind häufig dabei. Und tatsächlich Liebeserklärungen à la „Gute Nacht Mausi, ich liebe Dich“.

Hängt bei euch durchgehend eine Person auf WhatsApp? 
Unsere Community Managerin Miriam Richter ist während ihrer Arbeitszeit die ganze Zeit auf WhatsApp erreichbar.

Wie macht ihr es, dass alle Nachrichten an so viele Leute auf Whatsapp geschickt werden? Habt ihr ein System, das alle Nachrichten gleichzeitig losgeschickt werden? Wer schreibt das und wird das über PC gemacht? 
Wir versenden den Whatsapp-Newsletter über einen Anbieter namens Whatsbroadcast. Er ermöglicht uns, die Nachrichten vom PC aus an viele Empfänger zu verschicken.

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Können Sie mir die grobe Funktionsweise des Systems erläutern, welches die Umfragen bewertet?
Über unseren WhatsApp-Dienst können wir auch Umfragen starten. Wir Redakteure geben eine Frage ein und können drei Antwortmöglichkeiten vorgeben. Ein Bot wertet die Antworten automatisch aus. Wir können die Umfrage mit einem Klick beenden und uns das Ergebnis in Diagrammen darstellen lassen. Diese verschicken wir dann als Ergebnis an unsere Leser.

Haben Umfragen irgendeinen Einfluss an entsprechenden Stellen?
Wir binden die Ergebnisse der Umfragen in unsere Berichterstattung ein.

Wie kommen die relativ häufigen Fehler in den Links der WhatsApp-Nachrichten zustande?
Gute Frage. Normalerweise überprüfen wir jeden Link vor dem Versand. Leider macht schon der kleinste Fehler den gesamten Link kaputt.

Wieviele Leute haben Sie auf Ihrer Blockliste?
Auf der Facebook-Seite von shz.de sind 372 Kommentatoren gesperrt. Demgegenüber stehen 98.268 Fans, denen unsere Seite gefällt (Stand 27.10., 13.40 Uhr). Diese Nutzer mussten wir leider sperren, weil sie gegen unsere Community-Richtlinien verstoßen haben. Wir sprechen aber viel lieber über die vielen tollen Kommentatoren, die ernsthaft und fair bei uns diskutieren und eine große Bereicherung für unsere Foren sind.

Wieviel Liter Kaffee werden täglich bei euch getrunken? 
Das können wir nicht ganz genau sagen, da wir einen großen Kaffeeautomaten in der Redaktionküche haben, bei dem man das Wasser nicht nachfüllen muss. Wir schätzen, es ist sehr viel (tatsächlich ist grade beim Schreiben dieser Antwort jemand in die Küche gegangen, während er „Kaffee“ geseufzt hat).

In Zeiten von Fake News und alternativen Fakten: Woher bezieht die Onlineredaktion ihre Informationen und was garantiert die Echtheit der Information? 
Unsere Quellen und Ansprechpartner variieren von Artikel zu Artikel. Wir schreiben sooft wie möglich den Namen und die Funktion unserer Quelle. Sollte jemand uns Informationen zukommen lassen, ohne dass sein Name genannt werden darf, schreiben wir die Quelle etwas ungenauer, zum Beispiel „aus Regierungskreisen“ oder „ein Anwohner“. So ähnlich verfährt auch die Agentur dpa, von der wir viele Texte verwerten. Wir überprüfen jeweils, ob die Quelle verlässlich und die Aussage plausibel ist. Wenn möglich prüfen wir dies bei einer weiteren Quelle nach. Das setzt natürlich voraus, dass die Öffentlichkeit nicht belogen wird – Stichwort „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort“.

Wie viel Einfluss hat die Regierung in SH auf eure Berichterstattung zu sensiblen Themen wie Migrantenkriminalität, Diätenerhöhung der Politiker, Korruption, Umweltthemen Grundwasser- & Luftverschmutzung, Bauernlobby usw.? Wie eng sind Politiker & Journalisten verbandelt in SH? 
Politiker haben ja insofern einen Einfluss, indem sie Themen im Landtag behandeln oder eben nicht. Die Berichte aus dem Landtag behandeln dann entsprechend auch die Themen, die auf der politischen Agenda stehen. Wie groß der jeweilige Artikel ausfällt, entscheidet die Redaktion. Auf den Inhalt der Artikel oder gar die Kommentierung hat die Regierung keinen Einfluss. Die Redaktion ist politisch unabhängig und verfolgt immer wieder Themen abseits der Landtagsagenda. Wir haben die Frage noch einmal an die SH-Redaktion weitergeleitet, da die Kollegen für die Berichterstattung aus dem Landtag zuständig sind. Unser Kollege Wolfgang Blumenthal sagt: „Aus meiner Sicht nur insoweit, dass, wenn einer mit dem Thema um die Ecke kommt, dass wir – wenn der Anlass stark genug ist – eine Recherche in Gang setzen. Mehr aber auch nicht – jedenfalls nicht im Sinne einer Meinungsmache.“
Eine generelle Aussage zum Verhältnis von Politikern und Journalisten können wir schlecht machen. Das hängt von den Einzelpersonen ab. Die meisten Mitglieder der Onlineredaktion sind mit Regierungssprecher Peter Höver näher bekannt. Er war zuvor Landtagskorrespondent des sh:z.

,,Westermann bestermann hw4 halb Mensch halb Tier hu!" Was halten Sie davon?
Nur der HSV!

Als was kann man bei Ihnen anfangen? Haben Sie eine eigene IT? Was bilden Sie aus?
Unsere Stellenangebote veröffentlichen wir auf unserer Karriereseite oder auf unserem regionalen Jobportal jobs.sh. Wir haben auch eine eigene IT, die in Flensburg sitzt. Unsere Ausbildungsmöglichkeiten (z.B. Journalismus und Kaufleute) finden Sie hier.

Wer liest Korrektur? Teilweise sind da böse Rechtschreibfehler in den Artikeln.
Meist übernimmt das unsere Newsdeskleiterin. Wenn sie gerade nicht kann, wird der Text von einem anderen Kollegen gelesen. 

Werden oder wurden Sie von der Politik gebeten, positiv über die ffbq [Fehmarnbeltquerung Anm. d. Red.] zu berichten?
Nein, es gab keine versuchte Einflussnahme auf die Onlineredaktion. Wir haben die Kollegen gefragt, die sich am meisten mit dem Thema Beltquerung beschäftigen.
Unser Reporter Frank Jung sagt: „Nein, wurden wir nicht. Mancher Politiker mag sich das zwar vielleicht wünschen, aber zum einen wissen die Politiker, dass eine solche Forderung als zu plump rüberkommen würde, und zum anderen wissen sie, dass Redaktionen sowieso unabhängig entscheiden, wie sie berichten. Wir haben immer Wert darauf gelegt, sowohl Befürworter als auch Kritiker gleichermaßen in der Berichterstattung zu berücksichtigen.“
Unsere Lokalredaktion in Ostholstein/Eutin: „An unsere Redaktion ist noch nie die Bitte herangetragen worden, für oder gegen die FFBQ Stellung zu beziehen. Wir bilden die unterschiedlichen Positionen ab, die sich auch in der Politik in Pro und Contra teilen. Nehmen wir das Beispiel der beiden Bundestagsabgeordneten aus unserem Wahlkreis: Ingo Gädechens (CDU) tritt für die FFBQ ein, Bettina Hagedorn (SPD) ist strikte Gegnerin. Beide kommen bei uns zu Wort.“

Wie viele Leute arbeiten bei euch an einer Ausgabe und wie lange dauert die Fertigstellung? 
Oha. Das lässt sich für die Zeitung gar nicht genau sagen. Wir haben jeweils mehrere Redakteure für die sogenannten Mantelressorts wie Wirtschaft, Politik, Kultur etc. und je nach Größe des Zeitungstitels mehrere Redakteure für den Lokalteil. Aber es arbeiten noch freie Mitarbeiter für uns, die aus den Gemeinden berichten und ein Korrektorat, das unsere Fehler ausmerzt. Wir haben die Kollegen im Druckzentrum, im Vertrieb, in der Anzeigenabteilung und in der IT. Dann gibt es noch zig andere Aufgaben, die indirekt mit der Ausgabe zu tun haben.

Wie steht die Online-Redaktion zu Native Advertising und zu zielgruppengenauer Themenbereitstellung?
Unsere Zielgruppe ist relativ weit gefasst – Menschen jeglichen Alters, die in Schleswig-Holstein wohnen oder sich dafür interessieren. Darüber hinaus haben wir auch einige enger gefasste Zielgruppen, deren Themen wir regelmäßig aufgreifen. Natürlich umfasst das jeweils die lokale Berichterstattung. Daneben haben wir regelmäßig Themen für HSV-, THW- und SG-Fans. Für jüngere Leser gibt es die Kindernachrichten und vor und während des WOA berichten wir vermehrt über Metal.
Native Advertising ist eine Anzeigenform, die es vermeidet, als störend wahrgenommen zu werden. Hier blinkt nichts und es gibt keine quietschbunten Farben. Wichtig ist für uns als Redaktion, dass jede Anzeige, also auch Native Advertisting, ganz klar als „Anzeige“ gekennzeichnet ist. Dadurch können sich unsere Leserinnen und Leser darauf verlassen, dass alle anderen Inhalte von uns als unabhäniger Redaktion verfasst wurden.

Wird die Zeitung in Papierform bald vom Markt genommen?
Nein.

Wie geht ihr mit Hassposts um, wer bewertet diese und wer verantwortet ein Löschen oder ggf. weitere Maßnahmen?
Wir haben eine Social-Media-Netiquette und Richtlinien für das Kommentieren in unseren Foren. In denen ist klar geregelt, dass wir Hassposts nicht tolerieren und justizibale Inhalte löschen. Unsere Community Managerin hat ein Auge auf unsere Social-Media-Kanäle und die Kommentare in den Foren. Wenn sie nicht da ist, ist sichergestellt, dass ein Redakteur ihre Aufgabe übernimmt.  Es ist uns wichtig, dass es auf unseren Seiten eine angenehme und respektvolle Diskussionskultur gibt.

Wie kann man als Journalist damit umgehen, dass die Berichterstattung teilweise derartig angegriffen, als Mainstream hingestellt und als Lügenpresse diffamiert wird ohne jedes Hintergrundwissen?
Wir recherchieren, nennen Fakten und verlässliche Quellen. Und wir lassen uns nicht davon abbringen - egal wer wie wo etwas anderes schreit. Wir haben journalistische Grundwerte, die uns wichtig sind und an die wir uns halten, weil wir unsere Arbeit lieben.

Wieviele Menschen erreicht ihr online?
Laut der AGOF – Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V. hatte shz.de im September 2017 1.910.000 Unique User (AGOF daily digital facts 09.10.2017, Grundgesamtheit: 10 Jahre und älter).

Wie viele Mitarbeiter beschäftigt die gesamte shz?
sh:z das medienhaus beschäftigt rund 1500 Mitarbeiter an 38 Standorten.

Warum wird die Online-Ausgabe immer schon ab ca. Mitternacht freigeschaltet?
Gemeint ist wahrscheinlich die digitale Ausgabe der Zeitung. Wir möchten unseren Lesern gern so früh wie möglich die aktuelle Ausgabe zur Verfügung stellen. Das ist ein Produktvorteil bzw. zusätzliches Argument für die digitale Tageszeitung. Sobald die einzelnen Ausgaben fertig produziert sind, werden sie in der App hochgeladen. Das variiert je nach Titel etwas aufgrund der unterschiedlichen Druckzeiten. Als erstes, schon weit vor Mitternacht, stellen wir die Sylter Rundschau des kommenden Tages zur Verfügung.

Wie viel verdient man als Reporter?
Für die Vergütung in unserem Unternehmen haben Betriebsrat und Geschäftsführung eine hauseigene Regelung abgeschlossen, nach der unsere Mitarbeiter bezahlt werden. Diese sieht eine Eingruppierung je nach Ausbildung und eine Berücksichtigung der Berufserfahrung vor.

Wie finanziert sich so eine Onlineredaktion ohne Werbung?
Wir erzielen Umsätze auf dem Rezipientenmarkt über Abonnements und auf dem Werbemarkt über Werbeanzeigen.

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