Sommerferien 2015 : Apps für den Urlaub – Handy, packe meinen Koffer

Apps können auch zu einem gelungenen Urlaub beitragen – manche allerdings sind eher Spielerei.
Apps können auch zu einem gelungenen Urlaub beitragen – manche allerdings sind eher Spielerei.

Übersetzung, Pack-Liste oder der Weg zur nächstgelegenen Toilette: Es gibt fast nichts, wobei Apps nicht helfen könnten. Auf für den Urlaub stehen Helferlein parat.

shz.de von
16. Juli 2015, 03:45 Uhr

Sommerzeit, Urlaubszeit. In den nächsten Wochen starten viele Menschen in die Ferien. Auch auf Reisen ist das Smartphone für die meisten längst ein unverzichtbarer Begleiter. Viele Anwendungen auf dem Handy helfen heute vor und während des Urlaubs mit praktischen Funktionen: Mietwagen finden und buchen, Währungen umrechnen, Preise von Hotels vergleichen – das sind nur einige gängige Möglichkeiten. Auf dem Markt tummeln sich aber auch viele ungewöhnliche Apps – deren Nutzwert mal größer und mal kleiner ist.

Schlafsack, Isomatte, Mückenspray – etwas vergessen? Oft bleibt ein wichtiger Gegenstand daheim – was leider erst im Urlaub auffällt. Abhilfe schaffen können Pack-Listen-Apps. Mit ihnen können Urlauber Listen anlegen oder auf fertige Merkzettel zurückgreifen – etwa mit allen Utensilien für einen Strandurlaub oder Festivaltrip.

Auch der typische Jetlag, der als Folge von Langstreckenflügen auftaucht, kann mithilfe des Smartphones bekämpft werden. Hier helfen Apps, die auf Basis von Abflug- und Zielort sowie Start- und Landezeit einen individuellen Plan erstellen, der die innere Uhr wieder in Einklang bringt.

Am Urlaubsort angekommen, sind bei Touristen besonders Dolmetscher-Apps beliebt. Ob es ums Essen geht, ein Kaffee bestellt oder der Weg zum Strand erfragt werden soll – Sprachbarrieren können mit Anwendungen, die in die Landessprache übersetzen, reduziert werden. Eher lustig als zweckmäßig: Eine Flirt-App, die laut Hersteller 300 Sätze in 44 verschiedenen Sprachen – zum Beispiel Hindu, Afrikaans oder Tschechisch - bereithält, um die Person der Begierde zu beeindrucken.

Die Bandbreite der Urlaubs-Apps ist längst noch nicht ausgeschöpft: Mit einem Klick zeigt ein Programm zum Beispiel nahe gelegene öffentliche Toiletten auf einer Karte an. Eine Foto-Anwendung ordnet Aufnahmen per GPS dem jeweiligen Standort zu. Eine Bilderbuch-App hilft insbesondere in Ländern, in denen Reisende mit klassischen Schulsprachen wie Englisch oder Spanisch nicht weiterkommen.

Auch wenn die digitalen Helfer gute Dienste leisten können, sollten sie bei Reisen außerhalb Deutschlands nur bedingt genutzt werden. Denn wer keinen speziellen Auslandstarif für sein Smartphone hat, muss möglicherweise mit hohen Kosten rechnen. Laut europäischer Roaming-Verordnung ist das Telefonieren mit dem Handy, das Versenden von SMS und das Surfen via Mobilfunknetz im EU- Ausland zwar günstiger geworden. Dennoch gibt André Schulze-Wethmar, Jurist beim Europäischen Verbraucherzentrum, zu bedenken: „Die Handy-Nutzung im Ausland ist meistens teurer als im Inland.“ Aufatmen können Urlauber erst im Juni 2017. Denn dann werden die Roaming-Gebühren in der EU weitestgehend abgeschafft.

Die Obergrenze pro versurftem Megabyte liegt derzeit im europäischen Ausland bei 23,80 Cent (inklusive deutscher Mehrwertsteuer). Da das Datenvolumen schnell erreicht ist, empfiehlt André Schulze-Wethmar, generell auf mobiles Surfen auf Reisen zu verzichten und die Funktion „mobile Daten“ zu deaktivieren – oder ein spezielles Auslandspaket vom eigenen Anbieter hinzuzubuchen. „Wer online gehen möchte, wartet am besten, bis er sich in ein WLan einwählen kann – zum Beispiel im Hotel“, nennt er eine dritte Möglichkeit, um hohe Kosten zu umgehen. Dort können dann Daten hochgeladen und Apps mit Webanwendungen synchronisiert werden.

Wer ins außereuropäische Ausland reist, muss bedenken, dass die europäische Roaming-Verordnung hier nicht gilt. „Mobiles Surfen in der Schweiz oder Türkei kann sehr teuer werden“, sagt der Jurist. Eine Alternative: eine ausländische Sim-Karte kaufen und diese benutzen. Ob das technisch möglich ist, hängt unter anderem jedoch vom eigenen Handy ab.

Besondere Vorsicht gilt auch bei Schiffsreisen. An Bord kommen mitunter spezielle Schiffsnetzbetreiber zum Zuge, die mittels Satellit den Dienst anbieten. Am besten, so Schulze-Wethmar, informiert man sich vor Reisebeginn beim Veranstalter über die möglichen Tarife.

Generell sollten Schiffsurlauber wie alle Reisenden das Roaming – die Einwahl in ein fremdes Mobilfunknetz – beim Handy abschalten und Apps im Offline-Modus verwenden – wenn sie nicht als Souvenir aus dem Urlaub eine hohe Handyrechnung mitbringen möchte.

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