Bundestagswahlkampf 2017 : AfD will auf Meinungs-Bots setzen

Beatrix von Storch twittert eifrig für ihre Partei. Doch auch Roboter könnten künftig für die AfD werben.
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Beatrix von Storch twittert eifrig für ihre Partei. Doch auch Roboter könnten künftig für die AfD werben.

Die AfD ist in Sozialen Medien besonders erfolgreich. Jetzt möchte die Partei ihre Werbung intensivieren: Mit Social Bots.

shz.de von
22. Oktober 2016, 14:18 Uhr

Die AfD will im Bundestagswahlkampf 2017 nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ Software-Roboter einsetzen, mit denen automatisiert Botschaften in sozialen Netzwerken verbreitet werden können. „Selbstverständlich werden wir Social Bots in unsere Strategie im Bundestagswahlkampf einbeziehen“, sagte Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel dem Magazin. „Gerade für junge Parteien wie unsere sind Social-Media-Tools wichtige Instrumente, um unsere Positionen unter den Wählern zu verbreiten.“

Mit Social Bots können massenhaft Einträge bei Diensten wie Twitter oder Facebook automatisch generiert werden, die so aussehen wie Posts von menschlichen Nutzern. Zuletzt hatte im US-Wahlkampf Präsidentschaftskandidat Donald Trump Rückendeckung durch Bots erhalten. Nach einer Studie der Oxford University wurde nach der ersten TV-Debatte mehr als jeder dritte Tweet (37,2 Prozent) in Unterstützung von Trump von einem Software-Roboter abgesetzt. Auch Hillary Clinton profitierte von Bots. Bei ihr lag der Anteil bei 22,3 Prozent.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bei einer Veranstaltung der Jungen Union einen Schulterschluss der Parteien angeregt, um gegen den Einsatz von Social Bots zu kämpfen. Absprachen über eine gemeinsame Linie gebe es allerdings „bislang nicht“, erklärt CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der den Einsatz von Bots für die eigene Partei ausschließt. Beim Koalitionspartner SPD würde man damit auf offene Ohren stoßen: „Die sozialen Medien werden in unserem Wahlkampf eine wesentliche Rolle spielen. Aber den Einsatz von Bots lehnen wir ab“, sagt SPD-Generalsekretärin Katarina Barley. Auch Linke und Grüne sagten, sie würden auf Social Bots verzichten.

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