Ende der Nacktheit am 17. Dezember : Warum das neue Porno-Verbot bei Tumblr Fluch und Segen ist

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Der Blod-Dienst Tumblr verbannt ab sofort pornografische Inhalte. Foto: imago/Revierfoto
Der Blod-Dienst Tumblr verbannt ab sofort pornografische Inhalte. Foto: imago/Revierfoto

Die Blogging-Plattform Tumblr verbietet alle pornografischen Inhalte. Nur wenige zeigen Verständnis für diese Maßnahme.

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shz.de von
06. Dezember 2018, 18:14 Uhr

Hamburg | Die Blogging-Plattform Tumblr war jahrelang vor allem wegen seiner expliziten Inhalte bekannt. Doch damit soll nun Schluss sein. In einer offiziellen Mitteilung haben die Verantwortlichen hinter Tumblr nun bekannt gegeben, dass ab dem 17. Dezember alle pornografischen Inhalte auf der Plattform verboten sind. Dieses Verbot beinhaltet explizite sexuelle Inhalte und Nacktheit. Es gibt nur wenige Ausnahmen: Illustrationen, Kunst – etwa klassische Gemälde und Statuen –, politische Proteste, die sich Nacktheit bedienen, erotische Texte oder Bilder von stillenden Müttern sind weiterhin erlaubt.

Warum verbietet Tumblr Pornos?

Schon vor dem Verbot von pornografischen Inhalten arbeitete auf Tumblr im Hintergrund ein Filter, der Kinderpornografie erkennen und löschen sollte. Doch die Hintergrund-Software war nicht in der Lage, sämtliche verbotenen Inhalte zu entfernen. Einige der insgesamt rund 500 Millionen Nutzer wussten die Lücken im System auszunutzen und missbrauchten die Plattform zum Verbreiten solcher Inhalte. Apple verbannte die App daraufhin aus seinem App-Store. Dadurch erhöhte sich der wirtschaftliche Druck auf die Verantwortlichen. Sie mussten handeln.

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Das Ende von Tumblr?

Denn bis dato weigerte sich Firmenchef David Karp jahrelang, ein Pornografie-Verbot zu verhängen. Selbstverständlich waren damit keine kinderpornografischen Inhalte gemeint. Karp wollte seinen Nutzern eine Plattform bieten, auf der Inhalte geteilt werden können, die in sozialen Netzwerken wie Facebook keine Chance haben. Dadurch wurde Tumblr zu einer Anlaufstelle für Erotikkünstler, Sexarbeiter, Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. Es gründeten sich Gemeinschaften, die allerlei Pornobilder weiterverbreitet, geteilt und hier Gleichgesinnte gefunden haben. Diese Gruppen fühlen sich nun ausgeschlossen und suchen nach Alternativen.

Umso überraschender kam nun das Porno-Verbot. Ob Tumblr ohne diese Nutzergruppen existieren kann, ist mehr als fraglich. Zudem ist es nicht klar, ob sich Apple durch das Porno-Verbot besänftigen lässt und Tumblr wieder in den App-Store aufnimmt.

Filter-Software funktioniert nicht richtig

Das Porno-Verbot von Tumblr soll am 19. Dezember in Kraft treten. Bereits jetzt können Nutzer überprüfen, welche Inhalte die Algorithmen als anstößig markieren. Doch offenbar funktioniert die Software noch nicht allzu gut. Unter dem Hashtag #toosexyfortumblr sammeln Nutzer bei Twitter Bilder gelöschter und zensierter Inhalte. Demnach verbannt die Software unter anderem Bilder von Felsgrotten, Tiefkühl-Hühnchen und Garfield.

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