Corona : Landesärztekammer Sachsen spricht von Triage – Intensivmediziner schlagen Alarm

Avatar_shz von 22. November 2021, 12:32 Uhr

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Ein Intensivtransportwagen der Dresdner Feuerwehr fährt auf einer Straße entlang. Diese Wagen werden für die Verlegung von Corona-Patienten genutzt.
Ein Intensivtransportwagen der Dresdner Feuerwehr fährt auf einer Straße entlang. Diese Wagen werden für die Verlegung von Corona-Patienten genutzt.

In Sachsen sind die Intensivstationen so überlastet, dass die Landesärztekammer über Triage spricht. Auch die Vereinigung der Intensivmediziner ist alarmiert.

Dresden | Sachsen muss sich nach Angaben der Landesärztekammer auf eine Triage vorbereiten. Es stünden im Freistaat nur noch wenige Betten auf den Intensivstationen zur Verfügung, sagte der Präsident der Landesärztekammer, Erik Bodendieck, dem Sender NDR Info. Wenn sich daran nichts ändere, müsse über eine Auswahl nachgedacht werden, wer behandelt werde und wer nicht. „Wir müssen triagieren und das werde ich diese Woche mit meinen Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken noch mal besprechen.“ Mehr zur Corona-Pandemie Kommt die Impfplicht? Das sagen Karl Lauterbach, Lothar Wieler und Co. 3G am Arbeitsplatz: Unbeaufsichtigter Schnelltest reicht nicht RKI: Auch Geimpfte sollten Kontakte beschränken – Bei Schnupfen im Haus bleiben Eine präventive Triage, also das Freihalten von Betten, sei rechtlich nicht möglich. „Für ungeimpfte Patientinnen und Patienten in einer Covid-Situation ist das in aller Regel nicht der Fall, dass sie eine Covid-Situation überstehen können“, sagte Bodendieck. Er hoffe, dass es anders komme als zurzeit prognostiziert. Sachsen sei in jedem Fall auf die Hilfe anderer Bundesländer angewiesen. Intensivmediziner erwägen zusätzliche Maßnahmen Unterdessen hat der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung Divi an die Politik appelliert, sich für den Fall einer weiter ungebremsten Corona-Ausbreitung zu wappnen. Falls das vorige Woche beschlossene Paket nicht ausreichend greife, sollten für den 9. Dezember zusätzliche Maßnahmen gegen die vierte Welle vorbereitet werden, sagte Gernot Marx am Montag in einer Videoschalte. "Die Corona-Lage ist sehr besorgniserregend und momentan nicht unter Kontrolle", sagte Marx. Man mache sich große Sorgen. Mehr als 3670 Covid-19-Patienten würden nun auf Intensivstationen in Deutschland versorgt, knapp 1200 seien vergangene Woche hinzugekommen. Regional, etwa in Bayern, Thüringen, Sachsen und einigen Ballungszentren gebe es bereits akute Überlastungssituationen, so dass Patienten verlegt und planbare Operationen verschoben werden müssten. Opinary Iframe Wenn die Infektionsdynamik in den nächsten Tagen und Wochen weiter anhalte und es weiter einen ungebremsten Anstieg an schwerkranken Covid-19-Patienten gebe, werde eine Priorisierung von Eingriffen und Umorganisation in weiten Teilen Deutschlands notwendig. Die allgemeine Gesundheitsversorgung stehe dann nicht mehr auf sehr hohem, gewohntem Niveau zur Verfügung. Jeder Notfall und jeder Covid-19-Patient werde jedoch versorgt, betonte Marx. Bund und Länder wollen die Wirksamkeit der Maßnahmen in dem vom Bundestag verabschiedeten Infektionsschutzgesetz im Dezember überprüfen. Spätestens am 9. Dezember soll bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz geprüft werden, ob die Maßnahmen ausreichen. Mecklenburg-Vorpommerns Intensivstationen ausgelastet Derweil melden die ersten Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern ausgelastete Intensivstationen. Am Montagmorgen traf dies laut Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) auf vier Kliniken zu: das Kreiskrankenhaus Demmin, die KMG Klinik Boizenburg, das Krankenhaus Ludwigslust und das DRK-Krankenhaus Grevesmühlen. Weitere 14 Krankenhäuser meldeten nur noch begrenzte Kapazitäten. An das Divi-Register melden aus dem Bundesland 32 Krankenhäuser ihre Intensivkapazitäten. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) vom Sonntag liegen derzeit in Mecklenburg-Vorpommern 271 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung in Kliniken. Davon müssen 61 intensivmedizinisch behandelt werden. ...

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