Antworten auf Kundensorgen : Huawei-Geräte bald ohne Whatsapp und Updates? Hersteller nimmt Stellung

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Huawei bekommt zukünftig keinen Zugriff mehr auf Googles Android und Facebooks Apps, darunter Whatsapp.
Huawei bekommt zukünftig keinen Zugriff mehr auf Googles Android und Facebooks Apps, darunter Whatsapp.

Die Chinesen äußern sich auf der eigenen Homepage zu aktuellen Problemen – lassen dabei jedoch einige Details weg.

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18. Juni 2019, 14:14 Uhr

Mountain View | Der Handelsstreit zwischen den USA und China trifft unter anderem Huawei mit voller Wucht: Erst sperrte das US-Unternehmen Google sein Android-System für die Chinesen, dann kündigte Facebook an, dass die Apps von Whatsapp, Instagram und Facebook in Zukunft nicht mehr bereitgestellt werden.

Kein Wunder, dass viele Nutzer besorgt sind. Der chinesische Konzern Huawei bezieht auf einer eigens eingerichteten Webseite Stellung. Dort spricht der Konzern von sieben "Gerüchten" – obwohl die meisten Punkte den Status des Gerüchts längst verlassen haben.

1. Müssen Huawei-Nutzer bald auf Apps wie WhatsApp, Facebook oder Instagram verzichten?

"Bei allen Huawei-Smartphones und -Tablets, die bereits verkauft wurden, aktuell verkauft werden oder auf Lager sind, können Apps wie Facebook, WhatsApp oder Instagram ganz normal verwendet oder heruntergeladen werden." Huawei

Das könnte aktuelle Huawei-Nutzer beruhigen. Auf der anderen Seite geht der Konzern nicht darauf ein, wie es mit neuen Geräten aussieht. Nach Facebooks Ankündigung werden Käufer zukünftiger Huawei-Geräte ohne die Apps von WhatsApp, Facebook, Facebook Messenger und Instagram auskommen müssen. Da noch nicht erschienenen Geräte außerdem weder Android noch Googles Playstore für Apps bekommen, werden Nutzer die Apps wohl auch nicht manuell von offiziellen Quellen nachladen können. Facebook und Instagram funktionieren aber auch über einen Internet-Browser.

2. Verlieren Nutzer von Huawei-Smartphones oder -Tablets den Zugang zu Android und Google-Apps, wenn sie die Geräte zurücksetzen?

"Wir versichern, dass mit Huawei-Smartphones und -Tablets auch nach dem Zurücksetzen auf Werkseinstellungen wie gewohnt Android Services und Google Apps heruntergeladen und genutzt werden können." Huawei

Android-Hersteller Google hat zwar angekündigt, dass zukünftige Huawei-Geräte das Betriebssystem und dessen Dienste nicht mehr verwenden können. Bereits gekaufte und aktuell verfügbare Geräte sind davon jedoch nicht betroffen und kein Kunde muss Angst davor haben, dass Geräte plötzlich ohne Android neu starten. (Weiterlesen: Zwölf iPhone-Tipps für den Alltag)

3. Gibt es bald keine Updates mehr für Huawei-Smartphones?

"Huawei-Smartphones und -Tablets, die verkauft wurden, aktuell verkauft werden oder auf Lager sind, werden weiterhin Sicherheits- und Softwareupdates erhalten." Huawei

Diese Antwort ist irreführend, denn unklar ist, wie es nach dem 19. August 2019 weitergeht. Ab diesem Zeitpunkt soll Huawei keinen Zugriff mehr auf Android-Dienste haben. Die Chinesen bekommen Sicherheitsupdates dann nicht mehr vorab von Google geliefert, sondern erst später über das offen zugängliche "Android Open Source Project". Huawei-Nutzer werden mindestens länger auf Sicherheitsupdates warten müssen. Ob und wann neue Funktionen bei den Nutzern ankommen ist unklar.

4. Wird Android auf Huawei-Smartphones automatisch deinstalliert?

"Nein, das Betriebssystem wird nicht deinstalliert." Huawei

Kurz und knapp: Das stimmt so.

5. Beeinflusst die aktuelle Situation die Garantie von Huawei-Geräten?

"Huaweis Nutzerrechte sowie die Huawei-Garantie sind nicht von der aktuellen Situation betroffen und wir werden weiterhin den bestmöglichen Service gewährleisten." Huawei

Nett aber unnötig, dass die Chinesen das betonen. Die Frage wäre eher, ob Nutzer wegen der Situation einen Anspruch auf Rückgabe der Geräte haben. Dem ist jedoch nicht so, denn nach Aussage der Verbraucherzentrale ist Huawei gemäß seiner Nutzer-Lizenzvereinbarung nicht verpflichtet, Softwareupdates bereitzustellen.

6. Eignen sich Huawei-Smartphones bald nur noch zum Telefonieren?

"Huawei-Smartphones und -Tablets, die aktuell am Markt sind, können mit allen Funktionen wie gewohnt genutzt werden." Huawei

Das stimmt. Unklar ist, wie es mit noch unveröffentlichten Geräten aussieht, die mit Huaweis-Betriebssystem "Hongmeng" oder "Ark OS" ausgeliefert werden. Sicherlich wird es auch dafür einen Appstore geben, doch nicht bekannt ist, welche weit verbreiteten Apps Nutzer dort finden werden. Whatsapp, Instagram und Facebook jedenfalls nicht. (Weiterlesen: So löschen Sie Aufnahmen von Alexa, Siri und Google Assistant)

7. Verkauft Huawei bald keine Smartphones mehr?

"Huawei wird auch weiterhin Smartphones verkaufen. Darüber hinaus werden wir weiter in Forschung und Entwicklung investieren, um unseren Nutzern noch bessere Produkte anbieten zu können." Huawei

Dass die Chinesen gerne weiter Smartphones und Tablets verkaufen möchten, liegt auf der Hand. Offen ist, ob vor allem die Nutzer in Europa sich in Zukunft auf ein unbekanntes und unerprobtes Betriebssystem einlassen, in dessen Appstore mindestens die hierzulande beliebten Apps der Facebook-Gruppe fehlen.

Nach Angaben der Analysten von Counterpoint Research war Huawei im ersten Quartal 2019 mit 17 Prozent Marktanteil der zweitgrößte Smartphone-Hersteller der Welt, hinter Samsung (21 Prozent) und vor Apple (12 Prozent). (Weiterlesen: Anwalt – Ohne Hinweis auf Alexa und Co. droht Gastgebern Ärger)

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