Nagars Netzwelt : 20.000 Fragen an Merkel

Angela Merkel hat sich den Fragen der Internetnutzer, die Youtuber Le Floid gesammelt hat, gestellt.
Angela Merkel hat sich den Fragen der Internetnutzer, die Youtuber Le Floid gesammelt hat, gestellt.

Star-Youtuber LeFloid befragt die wahrscheinlich bekannteste Frau des Landes.

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10. Juli 2015, 04:15 Uhr

„Sind Sie auch in Internetplattformen unterwegs? :)“ oder „Mich würde interessieren, warum wir in Deutschland bei den Models nicht auch ein Mindest-BMI einführen?“ Wenn der Youtube-Star LeFloid in seinem Interview mit Kanzlerin Merkel alle Fragen, die ihm seine Fans schickten, vorliest und alle neugierigen Videos vorspielt, dann wird das ein sehr sehr langes Interview. Mehr als 20.000 Fragen sammeln sich unter seinem Aufruf zum Thema #NetzfragtMerkel, bei Twitter finden sich lauter Tweets dazu und einige Nutzer ließen es sich nicht nehmen, ihre Fragen im Video zu stellen. Was mich am meisten überrascht: Die Fragen von TTIP über Griechenlandkrise und die Homo-Ehe bis hin zu Bildungschancen sind zum großen Teil ernst gemeint, viele kommen sogar ohne Polemik aus.

Nun betritt LeFloid mit seinem Video-Interview im Internet kein Neuland. In ihrem Podcast ist Merkel regelmäßig zu sehen. Zuletzt stellte ihr ein stark nach BWL aussehender Student offenbar auswendig gelernte Fragen zum Thema EU-Beitritt von Balkan-Staaten. Leider bin ich nach kürzester Zeit eingenickt. Aber der Anfang wirkte so derartig brav und inszeniert, dass man sich schon geradezu kiebig darauf freut, dass der menschgewordene Flummi LeFloid vor der skeptisch blickenden Kanzlerin rumzappelt und sie fragt: „Was denken Sie dabei, wenn Sie sehen, dass auf der Straße Rentner Flaschen sammeln, um ihre Rente aufzubessern?“ Oder warum „wir den Amis so dermaßen in den Arsch“ kriechen. Oder ob sie Gangster-Rap höre oder unter der Dusche singe. Oder warum sie „nie chillig drauf“ sei. „Lügt ein Politiker nur, um gewählt zu werden, oder um die Bevölkerung das hören zu lassen, was sie hören will?“ Die Antworten darauf erscheinen am Montag – und bestehen hoffentlich nicht nur aus Worthülsen. Eine Frage kann ich an dieser Stelle schon vorweg beantworten. „Wie geht man gegen Politikverdrossenheit vor?“ Und zwar: Genau so.

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