Zungenspiele

shz.de von
10. September 2014, 14:59 Uhr

In einer guten Kinderstube lernt man: Strecke nicht deine Zunge raus. Trotzdem sind Verstöße an der Tagesordnung. Vorwiegend im Kindergarten-Alter und mit der Botschaft: Du bist blöd! Diese klare Aussage geht allerdings verloren, wenn Erwachsene die Zunge zeigen. Noch immer ist selbst in der Wissenschaft völlig ungeklärt, was Albert Einstein mit der weit herausgestreckten Zunge sagen wollte. War es eine Ergänzung zur Relativitätstheorie? Oder nur der hochmütige Hinweis: Gebt euch keine Mühe, ihr werdet mich doch nicht verstehen. Nun hat Schäuble vor Journalisten den Einstein gegeben, und auch er sorgt für Rätsel. Ist er für die Maut oder dagegen? Die Deuter sind geteilter Meinung. Ziemlich einig sind sich alle nur in ihrer Überraschung und der Meinung, dass die Geste gar nicht zu einem Minister im Allgemeinen und Schäuble im Besonderen passt. Bösartige Verhaltensforscher könnten sogar zu der Deutung gelangen, der Finanzminister nähere sich im Alter allmählich wieder den Kindergartensitten. Auf jeden Fall werden seine öffentlichen Auftritte künftig unter verschärfter Beobachtung stehen.

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