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Prozess gegen Milliardär : Zeuge bei Schlecker-Prozess: Zu hohe Löhne waren Pflichtprogramm

vom

28,50 Euro seien vorgeschrieben gewesen, sagt der Zeuge. Für die Staatsanwaltschaft war dies Mittel zum Zweck.

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2017 | 14:31 Uhr

Stuttgart | Der frühere Geschäftsführer der Online-Versandhandelstochter Schlecker Home Shopping (SHS) hat im Prozess gegen den ehemaligen Drogerieunternehmer Anton Schlecker und seine beiden Kinder ausgesagt. Nach Darstellung des Mannes zahlte der Online-Händler wohl überhöhte Stundensätze an eine Logistikfirma, die zum Schlecker-Imperium gehörte. Damit schob ein weiterer Zeuge die Verantwortung auf Anton Schlecker.

Schlecker, einst größter Drogeriemarkt-Konzern Europas, ging 2012 pleite, Zehntausende Menschen verloren ihre Arbeitsstellen. Als eingetragener Kaufmann haftete er mit seinem Privatvermögen für den Konzern, seine Kinder nicht.

Der Stundensatz von 28,50 Euro sei vorgegeben worden, sagte der Zeuge am Montag vor dem Stuttgarter Landgericht. „Für uns waren das nicht verhandelbare Preise.“ Die Leistung hätte man auch auf dem Markt für 14 bis 15 Euro die Stunde einkaufen können, sagte der Ex-SHS-Chef weiter.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hat Anton Schlecker über diese überhöhten Stundensätze hohe Summen an seine Kinder Meike und Lars verschoben. Ihnen gehörte die Logistikfirma, die beiden sind wegen Beihilfe zum Bankrott mitangeklagt. Ihrem Vater wird Bankrott zur Last gelegt.

Es war zuvor vor allem die soziale Schere zwischen dem damaligen Milliardär und den vielen Frauen aus dem Niedriglohnbereich, die viele Kritiker gegen den einstigen Großunternehmer aufbrachten. Oft wurde der Vorwurf laut, Schlecker habe einfache, ehrlich arbeitende Menschen für seine Pleite bezahlen lassen.

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