zur Navigation springen

Wüstenrot kündigt 15 000 Bausparern den Vertrag

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Bausparkasse Wüstenrot hat 15 000 Kunden den Vertrag gekündigt, weil ihr die Zinsen auf die Guthaben zu hoch sind. Das Unternehmen bestätigte gestern einen Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ und bezeichnete das Vorgehen als „branchenüblich“. Die Bausparkasse beruft sich auf einen Passus in seinen Allgemeinen Bausparbedingungen, wonach sie Verträge kündigen kann, sobald Guthaben und Bonuszinsen die Bausparsumme übersteigen. Die betroffenen Kunden hatten offensichtlich ihren Vertrag „überspart“, wie die Bausparkasse mitteilte. Der Verband der Privaten Bausparkassen wies darauf hin, dass Ombudsleute seit Anfang 2008 in einer Vielzahl von Fällen so entschieden hätten, wie Wüstenrot nun vorgehe. „Denn Bausparen ist Zwecksparen“, so ein Sprecher. Verbraucherschützer kritisieren das Vorgehen: „Man hat den Kunden den Vertrag als Sparprodukt mit attraktivem Guthabenzins verkauft und sollte jetzt nicht im Kleingedruckten nach Ausflüchten suchen“, sagte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Die Bausparkassen sind von zwei Seiten unter Druck geraten. Sie müssen einerseits noch hohe Zinsen für die Guthaben aus alten Verträgen zahlen, können dies aber nicht durch die hohe Darlehenszinsen aus dieser Zeit ausgleichen, weil Kunden auf die teuren Kredite verzichten und stattdessen zu günstigeren Hypothekendarlehen greifen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen