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Wolkenkratzer kündigen Börsencrashs an

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Länder, die Rekord-Wolkenkratzer bauen, erleben in der Folgezeit nicht selten einen Börsencrash. Der Ulmer Finanzprofessor Gunter Löffler hat diesen Zusammenhang jetzt nachgewiesen, indem er die US-Börsenentwicklung nach Großbauten zwischen 1871 und 2009 empirisch auswertete. Sein Ergebnis laut „Süddeutscher Zeitung“: Es gibt einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Baubeginn großer Hochhäuser und den Renditen am US-Aktienmarkt. Die Börsen brachen häufig ein und lagen drei bis fünf Jahre nach dem ersten Spatenstich im Durchschnitt um 30 Prozent tiefer als in Zeiten, denen kein solcher Baubeginn vorangegangen war. ,,Die Bauaktivität von Wolkenkratzern, insbesondere von solchen mit Rekordambitionen, ist ein hilfreicher Indikator für die Börsenentwicklung", folgert Löffler.

Beispiele für die Crash-Entwicklung: Nach der Planung der Rekordbauten des Chrysler-Gebäudes und des Empire State Buildings im New York der 20er-Jahre begann die Große Depression. Und dann gibt es noch die Baugrube in der heutigen Pleitemetropole Chicago. Am Michigan See sollte 2007 das höchste Gebäude Nordamerikas entstehen: der 610 Meter hohe Chicago Spire. Doch als die Immobilienblase platzte, wurde das Projekt abgesagt.

1000 Meter hoch soll der im Frühjahr begonnene Kingdom Tower im saudischen Dschidda werden, 172 Meter höher als das bislang höchste Gebäude, der Burj Khalifa im Wüstenstaat Dubai (Foto). Das Hotel-, Wohn- und Bürogebäude war 2009 fertiggestellt worden, pünktlich zum Immobiliencrash in dem Land. Die Staatskasse war ob der vielen Prestigeprojekte recht leer. Ein Notkredit von Abu Dhabi half, Schlimmeres zu verhindern.

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