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Wohnungsnot wird immer größer

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Mieterbund warnt vor dramatischem Preisanstieg in Großstädten

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erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

München/Kiel | Der Deutsche Mieterbund (DMB) geht mit der Bundesregierung hart ins Gericht. "Die teuren Mieten sind nicht vom Himmel gefallen", sagte DMB-Präsident Franz-Georg Rips gestern in München und warf der schwarz-gelben Koalition "Desinteresse und Passivität" vor. Eine Empfehlung für die Bundestagswahl im Herbst wolle er nicht abgeben, aber "SPD, Grüne und Linke haben viele unserer Schwerpunkte in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Wir hoffen, dass die CDU das ebenfalls tun wird." Bauminister Peter Ramsauers (CSU) Pläne zur Wiedereinführung der Eigenheimzulage seien allerdings "die allerletzte Mottenkiste der Wohnungspolitik, in die er greift."

Der Mieterbund warnt beim 65. Mietertag morgen in München, der deutschen Metropole mit den höchsten Immobilienpreisen, vor einer immer größeren Wohnungsnot in Groß- und Universitätsstädten. Dort fehlen nach DMB-Angaben schon heute rund 250 000 Mietwohnungen. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) fordert 25 000 zusätzliche Wohnheimplätze und warnt vor einem Engpass zum nächsten Wintersemester. Bund und Länder müssten ein gemeinsames Förderprojekt auflegen, forderte DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde bei einem Jahrestreffen gestern in Bremen. Der Bedarf liegt nach einem Beschluss der letzten DSW-Mitgliederversammlung bei 660 Millionen Euro bis 2015. "Es kann nicht sein, dass Bund und Länder gemeinsam die Studienplatzkapazitäten ausbauen, aber nicht die Wohnheimkapazitäten." Auch in den schleswig-holsteinischen Ballungsräumen - in Kiel, Lübeck, Flensburg und dem Hamburger Umland - fehlen laut Mieterbund-Landesgeschäftsführer Jochen Kiersch zunehmend Wohnungen. Grund ist nach Angaben seiner Organisation auch die hohe Zahl an Single-Haushalten in Deutschland. Die Gesamtzahl der Haushalte stieg zwischen 2002 und 2010 von 38,7 auf 40,3 Millionen. Nach Prognosen der Bundesregierung werden es im Jahr 2025 schon 41,1 Millionen sein.

Der Mieterbund hält eine Leerstandsquote von drei Prozent als "Fluktuationsreserve" für notwendig. In Hamburg stünden aber nur 0,7 Prozent der Wohnungen leer, in München 0,6 Prozent. "Das ist eine Entwicklung, die ich in mehr als 20 Jahren nie kennengelernt habe", sagte Rips. Und die Mieten stiegen darum unaufhaltsam - bei Neuvermietungen lägen sie zum Teil bis zu 40 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Der Mieterbund fordert eine Obergrenze für die Erhöhung bei Neuvermietungen von zehn Prozent des bisherigen Mietpreises. Bei bestehenden Mietverhältnissen soll die Miete nach dem Willen des DMB um höchstens 15 Prozent in vier Jahren steigen können. Schon heute gäben die Deutschen im Schnitt 34 Prozent ihrer monatlichen Ausgaben für die Wohnung aus - Tendenz steigend.

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