Leerstand oder Neueröffnung? Hertie in SH: Was aus den alten Kaufhäusern wurde

Von shz.de | 14.11.2014, 15:48 Uhr

In Husum wird das alte Hertie-Haus durch eine Investorengruppe zu einem neuen Einkaufszentrum umgebaut. Dieses Glück haben nicht alle ehemaligen Hertie-Standorte.

Über fünf Jahre sind vergangen, seit die Warenhauskette Hertie endgültig alle ihre Filialen schließen musste. In Schleswig-Holstein waren sieben Filialen in Husum, Niebüll, Schleswig, Rendsburg, Itzehoe, Elmshorn und Mölln betroffen. 2014 hat sich die wirtschaftliche Lage für Kaufhäuser nicht gebessert. Der Karstadt-Konzern, der Hertie 1993 kaufte und 2005 wieder verkaufte, baut 2000 Stellen ab und will mindestens sechs Filialen schließen. Aber was passiert mit einem geschlossenen Kaufhaus? shz.de zeigt, was aus den ehemaligen sieben Hertie-Filialen geworden ist.

Mehr Informationen:

Hertie in SH


Husum


Geschlossen am: 15. August 2009Wiedereröffnung: März 2010, im November 2014 von einer neuen Investorengruppe übernommenAktuelle Situation: Die Hertie-Immobilie in der Husumer Großstraße hat einen neuen Eigentümer gefunden. Die HSC GmbH hat das Gebäude, in dem sich zurzeit noch das Husumer Kaufhaus befindet, übernommen. Die norddeutsche Investorengruppe ist ab sofort für die weitere Entwicklung des rund 10.000 Quadratmeter großen Einkaufszentrums verantwortlich, das an dieser Stelle geplant ist und nach wie vor 2018 eröffnet werden soll.


Mölln


Geschlossen am: Mai 2009Wiedereröffnung: September 2014Aktuelle Situation: Unter Federführung der ortsansässigen Lauenburgischen Treuhand Gesellschaft mbH (LTG) hat eine Investorengemeinschaft im November 2013 die Gebäude erworben. Das ehemalige Hertie-Kaufhaus wurde grundlegend saniert. Im ehemaligen Kaufhaus hat das MC Mode-Centrum eine neue Filiale eröffnet.


Itzehoe


Geschlossen am: 8. August 2009Wiedereröffnung: April 2014Aktuelle Situation: Die Immobilie in der Breiten Straße wurde im Januar 2014 von der Firma Haltermann Immobilien GmbH & Co. KG erworben. Im April 2014 eröffnete das neue Stör-Carree, das größte Modehaus der Stadt. Es sei eine Investition als Kaufmann,  sagt Geschäftsführer Sven Haltermann. Doch  auch „lokalpatriotische Gründe“ hätten zum Kauf geführt: „Es konnte ja keiner vorhersagen, was mit der Immobilie passiert wäre, hätte ein fremder Investor sie gekauft.“


Elmshorn


 Geschlossen am: 15. August 2009Wiedereröffnung: Juni 2013Aktuelle Situation: Im ehemaligen Hertie-Haus sind seit 2013 neue Geschäfte eingezogen: H&M, C&A, Deichmann, KiK und Budnikowsky sind mit dem Standort zufrieden. Die Innenstadt ist wieder belebt - das kommt auch bei den Elmshornern an. Kunde Gerd Henze ist begeistert: „Endlich ist Elmshorn durch vernünftige Einkaufsmöglichkeiten wiederbelebt.“


Schleswig


Geschlossen seit: 8. August 2009Wiedereröffnung: -Aktuelle Situation: Das Hertie-Haus in Schleswig soll zwangsversteigert werden, allerdings platzten schon zwei Termine vor Gericht - zuletzt am 18. September 2014. Einen Tag vor der Verhandung wurde der Termin abgesagt. Das bestätigte Amtsgerichtsdirektor Christian Blöcker auf Nachfrage der Schleswiger Nachrichten. „Wir haben von der Stadt Schleswig die telefonische Nachricht erhalten, dass die geforderte Zahlung eingegangen ist.£ Die Stadt fordert vom insolventen Eigentümer unter anderem Grundsteuern und Straßenreinigungsgebühren.


Rendsburg


Geschlossen seit: 15. August 2009Wiedereröffnung: -Aktuelle Situation: Vom kurzen Gastspiel eines Discounters abgesehen, der hier einen Schnäppchenmarkt betrieb, wusste bisher niemand etwas mit der Immobilie anzufangen. Doch das soll sich nun ändern: Die Tage der Hertie-Immobilie scheinen gezählt zu sein. Ein Unternehmer aus der Region will den Komplex kaufen und abreißen. Auf dem Grundstück des Kaufhauses soll ein modernes Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage entstehen. Das Investitionsvolumen beläuft sich nach Informationen der Landeszeitung auf über 18 Millionen Euro. Die Schwierigkeit: Das Projekt rechnet sich nur dann, wenn das Land das Projekt im Rahmen der Altstadt-Sanierung finanziell fördern würde. Die Verhandlungen darüber gehen in die heiße Phase.


Niebüll


Geschlossen seit: 2009Wiedereröffnung: keine, bereits abgerissenAktuelle Situation: Zuletzt wurde das Hertie-Haus mit Recht als Schandfleck im Zentrum Niebülls bezeichnet. Im Oktober 2014 wurde es abgerissen. Es macht modernen Wohn- und Geschäftsgebäuden Platz. Investor ist der Niebüller Hochbautechniker Stefan Kasch, Geschäftsführender Gesellschafter der Kasch-Wohnungsbaugesellschaft. Der Niebüller schafft auf dem 1968 Quadratmeter großen Areal, verteilt auf zwei Gebäudeeinheiten, 22 Eigentumswohnungen (inklusive Tiefgarage) sowie im Erdgeschoss des Neubaus an der Hauptstraße Gewerbeflächen.