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Krise der Europäischen Union : Wirtschaft in sämtlichen 28 EU-Staaten wächst – erstmals seit 2007

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Die Zahlen sprechen für eine Erholung der EU. Einige Variablen könnten den Trend jedoch ganz schnell kippen.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2017 | 12:47 Uhr

Brexit, Griechenland-Hilfen, ein sich verschärfendes Nord-Süd-Gefälle und nationalistische Bewegungen: Die Europäische Union taumelt seit Jahren von Krise zu Krise. Ökonomisch erholt sich die Gemeinschaft allerdings wieder. Erstmals seit zehn Jahren sind alle 28 Volkswirtschaften innerhalb des europäischen Sicherheits- und Wirtschaftsbündnisses wieder gewachsen. Laut dem Bericht der EU-Kommission sehen die Konjunkturprognosen für 2017 und 2018 ebenfalls positiv aus – für alle Mitgliedsstaaten, inklusive Griechenland.

Laut den Prognosen der Kommisssion werden die Ökonomien in der Euro-Zone inflationsbereinigt im Durchschnitt um 1,6 Prozent (2017) und 1,8 Prozent (2018) wachsen. Real tun sie dies bereits seit 15 Quartalen, nur bekamen die südlichen Länder davon nur meist nur wenig zu spüren.

Die Beschäftigung in der EU steige robust an, verkündet Brüssel. Zwar wird die Arbeitslosigkeit höher bleiben als vor der globalen Finanzkrise, doch sie werde auf den niedrigsten Stand seit 2009 zurückgehen. Getragen werde die derzeitige Erholung weniger von den nach wie vor verhaltenen Investitionen in der Wirtschaft als vom privaten Konsum. Die Kauflust wurde auch von einer niedrigen Inflationsrate gestärkt. Letztere war zuletzt allerdings auf höchsten Stand seit Februar 2013 gestiegen.

Und die erwartete Kurierung der Wirtschaft könnte weitere Haken haben. Denn aus Sicht der EU-Kommission sind die politischen Unsicherheiten in diesem Jahr so hoch wie lange nicht. Zum einen weiß man in Brüssel noch nicht genau, wie ernst es der neue US-Präsident Donald Trump mit seiner „America First“-Doktrin meint. Zwar könnten die Infrastruktur-Pläne des weißen Hauses sich durchaus auch positiv auf die EU-Wirtschaft auswirken. Andererseits könnten die protektionistischen Anliegen und ein Handelsstreit den transatlantischen Export empfindlich ausbremsen. Überdies sind die Ergebnisse der Brexit-Verhandlungen noch offen.

Außerdem – und das könnte schwer wiegen – dürfte entscheidend sein, ob die chinesische Wirtschaft sich in diesem Jahr wieder erholen wird oder sich die düsteren Prognosen einer ernsthaften Wirtschaftskrise bewahrheiten. China trägt bisweilen ein Drittel des weltweiten Wachstums. Sowohl die Importe aus China in die EU als auch die Exporte aus der EU nach China hatten 2015 ein neues Rekordhoch erreicht. Im vergangenen Dezember war das Außenhandelsvolumen allerdings zurückgegangen.

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