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Grischow in MV : Windrad auseinandergebrochen: Gutachter sollen Ursache klären

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Wie lange können Windräder gefahrlos laufen? Ein Unfall in Vorpommern wirft diese Frage neu auf.

Süderholz/Grischow | In Grischow in der Gemeinde Süderholz ist am Sonntagnachmittag eine Windkraftanlage durchgebrochen und auf einen Acker gestürzt. Das etwa 70 Meter hohe Windrad brach auf einer Höhe von etwa 25 Metern auseinander. Derzeit läuft die Suche nach der Unglücksursache. Techniker sicherten am Montag zerstörte Teile auf dem Acker unweit des Ortsteiles Rakow/Grischow, wie Christian Herz, Geschäftsführer der Betreiberfirma Ökofair Energie GmbH (Mettmann) erklärte.

Mehrere Gutachter sollen die Reste genauer unter die Lupe nehmen. „Das kann aber länger dauern“, sagte Herz. Der Park soll aber am Netz bleiben. „Wir haben keine Anhaltspunkte, dass das ein Serienfehler war.“ Sollte sich doch noch Gefährdungspotential herausstellen, würde man den Park aber abschalten, betonte Herz.

<p>Experten untersuchen die Trümmer.</p>

Experten untersuchen die Trümmer.

Foto: dpa
 

Die zerstörte Windkraftanlage gehört zu einem Windpark aus dem Jahr 2000 mit einer Leistung von knapp 13 Megawatt. Damals waren etwa 17,5 Millionen Euro investiert worden. Ein ähnlicher Windpark wurde in Gardelegen (Sachsen-Anhalt) errichtet.

Nach ersten Untersuchungen könne nicht der Wind die Ursache sein, meinte Herz, denn Starkwind habe es nicht gegeben. Nun müssten aber viele Messdaten der Windräder ausgewertet werden. Nach Angaben der Betreiber war bereits eine Planung für eine Erneuerung des Windparks bei Rakow/Grischow - ein sogenanntes Repowering - mit deutlich höheren Türmen vorgesehen.

Der Süderholzer Bürgermeister Alexander Benkert (CDU) hat eine Überprüfung des Windparks gefordert. „Die genaue Ursache müssen Fachleute klären, aber es sollte Sichtprüfungen bei den anderen Windrädern geben“, sagte Benkert am Montag.

Am Unfallort lagen Rotor, Propeller- und Turmreste beschädigt und weit verstreut auf einem Feld. Verletzt wurde niemand. Ob der gesamte Windpark jetzt abgeschaltet werden müsse, solle die Bauaufsicht des Landkreises überprüfen, sagte Benkert. Beim Kreis sah man noch keine Notwendigkeit, in den Betrieb des Windparks einzugreifen. Man fordere aber eine zügige Aufklärung der Ursachen, hieß es in Stralsund.

Besonders starker Wind sei am Wochenende nicht gewesen, sagte Benkert. Laut Polizei blieb ein Turmstumpf von 25 Metern stehen. Experten zufolge haben solche Windräder im Regelfall eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren.

svz.de zeigt weitere Bilder des Unfalls in diesem Video:

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erstellt am 12.Dez.2016 | 19:08 Uhr

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