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Wie ein Gründer Sparern helfen will

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit seiner ersten Geschäftsidee machte der Schleswig-Holsteiner Christian Tiessen ein Vermögen – nun baut er ein Onlineportal für Euro-Konten auf

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2015 | 19:53 Uhr

Mit einem Online-Shop begann die Gründer-Karriere des Schleswig-Holsteiners Christian Tiessen (Foto). Inzwischen ist der Unternehmer fester Teil der Berliner Startup-Szene. Ging es bei seinen Anfängen noch um Rabatte auf Designer-Möbel, zieht es ihn nun in die Welt der Zinsen und Sparer.

Auf den Geschmack des Gründens ist Tiessen früh gekommen, als Praktikant beim European Founders Fund – der Beteiligungsgesellschaft der drei Samwer-Brüder, die heute vor allem mit ihrer Fließband-Startup-Schmiede „Rocket Internet“ und dem Versandhändler Zalando für Schlagzeilen sorgen. Seitdem kennt der Sohn des ehemaligen Eon-Hanse-Chefs Hans-Jakob Tiessen dieses Gefühl, wenn Unternehmen rasant wachsen. Casacanda begann mit drei Leuten an einem Küchentisch, erzählt er. Schon nach wenigen Monaten war das Unternehmen auf mehr als 250 Mitarbeiter angewachsen. Auch bei seinem neuen Projekt Savedo ist es wieder da. Das Gefühl vom schnellen Wachstum. „Jetzt sind wir schon wieder über 30 Leute“, sagt Tiessen. Dennoch soll wohl manches anders laufen als bei seiner ersten Gründung.

Casacanda war ein Shopping-Club, über den Kunden Möbel und Design-Stücke mit hohen Preisnachlässen kaufen konnten. 2011 gründete Tiessen das Unternehmen zusammen mit Roman Kirsch und Sascha Weiler. Nur ein Jahr später folgte ein Übernahmeangebot des US-Konkurrenten Fab in zweistelliger Millionenhöhe. „Damals war es eine spannende Möglichkeit“, sagt Tiessen heute. Es klingt nachdenklich. Mit 24 Jahren denke man noch anders darüber, sagt er. Der Exit – also der Verkauf eines Unternehmens – sei nicht das vorrangige Ziel. Letztlich gehe es ihm darum, „ein Unternehmen aufzubauen, das Sinn macht“.

Im Fall von Savedo scheint dies offenkundig. Geboren wurde es vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen. In anderen Ländern gebe es ein deutlich anderes Zinsniveau, so Tiessen. Die Plattform ist dabei Vermittler zwischen Kunden und jeweiligen Kooperationsbanken. „Für den Kunden gibt es Zinsen, wie vor ein paar Jahren“, so Tiessens Versprechen. Aktuell wäre dies zum Beispiel bei der tschechischen J&T Banka mit 2,6 Prozent für Festgeld auf zehn Jahre der Fall. Tschechien ist nicht Teil der Euro-Zone. In Prag regiert die Krone. Doch Tiessen betont: „Da gibt es kein Währungsrisiko.“ Die Anlagen erfolgen auf Euro-Konten. Anders als bei russischen Banken, die deutsche Sparer in der Vergangenheit auch schon mit höheren Zinsen lockten, werden Einlagen in Tschechien zudem bis zu einer Höhe von 100  000 Euro über den Einlagensicherungsfonds geschützt.

Knapp sieben Monate reichen die Anfänge von Savedo zurück, im Dezember fiel der offizielle Startschuss. Das Gründen von Unternehmen sei ein Marathon, betont Tiessen – aber kein Sprint. Seine Karriere mutet jedoch bislang wie Letzteres an. Praktikant bei Boston Consulting war er ebenso wie Geschäftsführer in verschiedenen Firmen, Gründer, Investor. Dass es ihn nach Berlin gezogen hat, erscheint konsequent. Doch er betont, dass es ja nicht so sei, dass es nur in Berlin die cleveren Leute gebe. Als sie Casacanda gründeten, hätte es durchaus Diskussionen um den Standort gegeben. Am Ende wurde es Berlin. „Ich sehe mich langfristig schon wieder im Norden“, sagt Tiessen aber heute. Es ist sein 28. Geburtstag.

Infos im Internet unter: www.savedo.de

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