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Paketzustellung : Wie Amazon die Deutsche Post in Bedrängnis bringt

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Amazon Locker sollen neue Paketstationen heißen - für Online-Kunden, die wenig zu Hause sind.

Bonn | Für die Deutsche Post ist der Internethandel eigentlich ein Segen: Verbraucher lassen sich ihre Ware immer häufiger liefern - und da kommt auch schon der Paketversand ins Spiel. Doch die findigen Onlinehändler wollen sich nicht auf die Post verlassen müssen und überlegen sich eigene Strategien, ihre Ware zu den Kunden zu bekommen. Allen voran Amazon. Die Drohnen-Ideen sind legendär - jetzt wird es aber bodenständiger: und zwar mit den Paketstationen Amazon Locker. Kennen wir ja schon von DHL, doch Amazon will eigene aufbauen.

Oft landen die bestellten Pakete nach missglückter Zustellung in der Post-Filiale. Paketstationen ersparen das lästige Anstehen am Schalter.

Der US-Konzern will europaweit Stationen aufbauen, in denen Kunden ihre Bestellungen abholen und abgeben können. Stellenanzeigen lassen vermuten, dass die Automaten zunächst vor allem in Deutschland und Frankreich betrieben werden. Der Ausbau der Logistik-Struktur des Online-Riesen könnte der Deutschen Post schaden, deren Packstationen in Deutschland bislang auch Amazon-Kunden nutzen. Amazon wandelt sich: Vom treuen Großkunden zum gefährlichen Konkurrenten.

Der Ex-Monopolist Deutsche Post muss sich gerade in den lukrativen Bereichen mit Konkurrenzanbietern messen. Das Unternehmen Amazon ist für Lohndumping bekannt und wird damit Druck auf das noch boomende Paketgeschäft ausüben. Noch lohnt sich das Paket-Geschäft für die Post aber: Die Deutsche Post DHL Group, der weltweit führende Post- und Logistikkonzern, hat im abgelaufenen Geschäftsjahrden Umsatz gesteigert und seine Prognose für das operative Ergebnis erfüllt. Ein Rückschlag auf dem Gebiet wäre aber schwer wegzustecken. Denn trotz eines weiterhin boomenden Paket- und Expressgeschäfts schloss die Post das vergangene Jahr erstmals seit einigen Jahren mit weniger Gewinn ab. Der Überschuss ging um knapp 26 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro zurück.

Der Konzernumsatz stieg um knapp fünf Prozent auf 59,2 Milliarden Euro. Im Herbst des vergangenen Jahres hatte das Unternehmen einmalige Belastungen von 345 Millionen Euro verbucht, die hauptsächlich in der Frachtsparte beim Aufbau eines fehlerhaften IT-Systems entstanden waren. Daraufhin schraubte die Post ihre Gewinnprognosen deutlich herunter.

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erstellt am 09.Mär.2016 | 10:55 Uhr

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