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Tipps von Experten : Wer bekommt den Wirtschafts-Nobelpreis 2015?

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Amerikaner gehören immer zu den Favoriten. Doch deutsche Institutschefs haben auch einen Briten auf dem Schirm.

Stockholm | Der Franzose Jean Tirole ist im vergangenen Jahr geradezu eine Ausnahme gewesen - denn zumeist ist der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften an einen US-Forscher gegangen. An diesem Montag gibt die Schwedische Reichsbank den diesjährigen Preisträger bekannt. Und auch dieses Jahr sind wieder mehrere Amerikaner unter den Kandidaten - der deutsche Wirtschaftsforscher Clemens Fuest favorisiert hingegen einen Briten.

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft gehört nicht zu den klassischen Nobelpreisen. Er wurde erst 1968 von der Schwedischen Notenbank zur Erinnerung an Alfred Nobel gestiftet und 1969 erstmals vergeben. Ursprünglich hatte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) lediglich Preise in den Bereichen Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Frieden vorgesehen. Der auch wegen der nachträglichen Stiftung umstrittene Wirtschaftspreis wird von der Nobel-Stiftung offiziell nicht als Nobelpreis eingestuft. Er heißt daher „Preis der Reichsbank Schwedens für die ökonomische Wissenschaft zum Andenken an Alfred Nobel“.

„Ich würde mir wünschen, dass Anthony Atkinson (Oxford) den Nobelpreis bekommt“, sagte Fuest, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. „Er hat sich in seiner Forschung mit der Frage beschäftigt, wie die Verteilung von Einkommen und Vermögen sich entwickelt und wie der Staat das Steuer- und Abgabensystem gestalten sollte. Er hat bahnbrechende Arbeiten zur optimalen Besteuerung und zur Messung von Ungleichheit veröffentlicht“, begründete Fuest seine Wahl.

In Berlin drückt Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), zwei Amerikanern die Daumen: „Meine Empfehlung sind Maurice Obstfeld und Ken Rogoff für ihre Arbeit und Entwicklung der internationalen Makroökonomie, die zeigt, wie groß die gegenseitige Abhängigkeit von Ländern in der heutigen globalen Welt ist und wie wenig nationale wirtschaftspolitische Autonomie Länder noch haben.“

Rogoff ist Professor in Harvard, Obstfeld in Berkeley und zugleich Chefvolkswirt beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Preiswürdig seien auch „Obstfelds Arbeit zu Währungskrisen und Ken Rogoffs Arbeit zu Zentralbanken und mit welchem Mandat diese ausgestattet werden sollten, um unabhängig agieren zu können“, meinte Fuest. Dies sei „hoch aktuell für den Streit in Deutschland um die Politik der EZB“.

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erstellt am 12.Okt.2015 | 08:25 Uhr

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