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Wirtschaft

17. Dezember 2017 | 15:05 Uhr

Wenn der Tod zu teuer wird

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2013 | 00:34 Uhr

Umsonst ist nicht einmal der Tod: Immer mehr Menschen in Deutschland können sich die eigene Beerdigung nicht leisten. Allein in 2010 gab es bundesweit mehr als 22 000 Sozialbestattungen – und auch das Geld, das Kommunen zu Beerdigungen beisteuern, reicht dann nicht. Rund 5000 Euro werden im Schnitt für eine Beerdigung fällig, die meisten Kommunen bezahlen gerade einmal die Hälfte. Experten raten daher verstärkt zu Sterbegeldversicherungen. „Menschen, die eine kleine Familie und wenig Geld haben, haben die Sorge ihre Kinder zu belasten“, sagt Thiess Johannssen von den Itzehoer Versicherungen. Das Prinzip ist einfach: Stirbt der Versicherte, wird eine vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen ausgezahlt – ähnlich einer Risikolebensversicherung. „Das Modell ist das Gleiche.“ Pauschal gilt: Je früher die Versicherung beginnt, desto geringer die Beiträge. Durchschnittlich werden die Deutschen 80,7 Jahre alt. „Sie können bis zum 80. Lebensjahr aufgenommen werden“, sagt Johannssen mit Blick auf die üblichen Bedingungen. Je nach Anbieter gilt eine Wartezeit zwischen einem und drei Jahren. Eine Ausnahme, bei der die Wartezeit entfällt, ist oftmals der Unfalltod. Im Falle eines natürlichen Todes innerhalb der Wartezeit sehen manche Anbieter zudem die Möglichkeit für eine Rückabwicklung vor.

Sterbegeldversicherungen stehen oft in der Kritik, dass ein Sparbuch günstiger sei. Aus Sicht von Johannssen ein Missverständnis: „Es ist kein Instrument, um Rendite zu erzielen“, sagt er. Die Sterbegeldversicherung sei keine Spareinlage. Anders als bei dieser ist das Geld aus der Versicherung so direkt nach dem Tod verfügbar – über die Spareinlage kann hingegen erst nach Testamentseröffnung verfügt werden. Zudem nützt das Sparbuch nur wenig, wenn der Todesfall schneller als erwartet eintritt, wie Johannssen betont. Und: „Es ist ja nicht Gott gegeben, dass wir alle erst im hohen Rentenalter sterben.“

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