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Weniger Jugendarbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2014 | 12:52 Uhr

Von konjunktureller Eintrübung ist an Schleswig-Holsteins Arbeitsmarkt weiterhin nicht viel zu sehen – und junge Arbeitssuchende profitieren davon wie lange nicht mehr. „Es ist die geringste Jugendarbeitslosigkeit seit mehr als 20 Jahren in Schleswig-Holstein“, sagte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Direktion Nord der Bundesagentur für Arbeit, gestern in Kiel. Dabei betont die Expertin, dass – anders als Beispiele in Mecklenburg-Vorpommern – sich dies nicht mit dem demographischen Wandel erklären lasse. Dessen Einfluss sei bei den Zahlen im Norden derzeit noch nur gering. 1994 waren noch 14 927 unter 25-Jährige zwischen Nord- und Ostsee arbeitslos – aktuell sind es mit 8860 fast nur noch halb so viele, 2,9 Prozent weniger als im Vormonat, sogar 11 Prozent weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Haupt-Koopmann fügte hinzu, die Unternehmen würden sehen, dass sie sich ihre Fachkräfte sichern müssen.

Insgesamt hat die Arbeitslosigkeit im Land im November saisonal bedingt leicht zugenommen. 94 500 Menschen waren ohne festen Job, 650 oder 0,7 Prozent mehr als im Oktober. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen laut Arbeitsagentur weiter rückläufig. Gegenüber November 2013 betrug der Rückgang 4,3 Prozent. Bundesweit sank die Zahl der Arbeitslosen um 16 000 auf 2 717 000. Die Arbeitslosenquote blieb bei 6,3 Prozent.

Anlässlich der Vorstellung der Zahlen kritisierte Haupt-Koopmann vor allem, dass es Menschen mit Handicap noch immer zu schwer auf dem Arbeitsmarkt haben. „Arbeitgeber müssen Vorurteile abbauen“, sagte sie. Aktuell seien 5200 Menschen mit Handicap in Schleswig-Holstein arbeitslos gemeldet, 55 Prozent von ihnen hätten jedoch eine abgeschlossene Berufsausbildung. „Handicap heißt nicht leistungsgemindert“, betonte Haupt-Koopmann und fügte mit Verweis auf den steigenden Bedarf an Arbeitskräften hinzu: „Wir brauchen das Potenzial.“ Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten sind eigentlich verpflichtet, fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten zu besetzen – von den 4464 Betrieben im Norden, die unter diese Regel fallen, kommt mehr als ein Viertel (28 Prozent) dieser Verpflichtung nicht nach und zahlt zum Ausgleich eine Abgabe.

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