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Studie : Weniger Geld landet in Spielautomaten

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Gesetzliche Auflagen lassen die Zahl der Geldspielgeräte in Deutschland einer Studie zufolge schrumpfen. Die Branche warnt: Die Lücke könnte durch nicht mehr kontrollierbare Spielangebote im Internet gefüllt werden. Suchtforscher sind davon nicht überzeugt.

Düsseldorf | Die Bundesbürger haben 2013 einer Studie zufolge weniger Geld an Spielautomaten ausgegeben. Insgesamt sei der Umsatz mit Geldspielgeräten, Flippern und Sportspielgeräten in Spielhallen und Gaststätten im vergangenen Jahr um 0,8 Prozent auf 4,465 Milliarden Euro geschrumpft, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Ifo-Instituts im Auftrag des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie (VDAI).

Ursache für den Rückgang sei die „dramatische Verschlechterung der Rahmenbedingungen für das gewerbliche Geldspiel“ durch den Gesetzgeber, heißt es in dem Gutachten. 2013 sei nahezu keine neue Spielstätte errichtet worden. Die Zahl der aufgestellten Geldspielgeräte sei binnen eines Jahres von 265.000 auf 263.000 gesunken.

Der Gesetzgeber hatte die Vorgaben für die Branche 2012 deutlich verschärft. Studien schätzen die Zahl der Glücksspielsüchtigen in Deutschland auf 200.000 bis 250.000, wie der Suchtforscher Tobias Hayer von der Universität Bremen berichtete.

Der Verband der Automatenindustrie befürchtet durch die Neuregelung ein Spielhallensterben in den nächsten Jahren. Er warnte, dass die entstehende Lücke durch illegale und staatlich nicht mehr kontrollierbare Spielangebote im Internet gefüllt werden könnte.

Auch der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki mahnte am Dienstag bei der Eröffnung der Fachmesse der Automatenbranche IMA in Düsseldorf vor einer „Verbotskultur“. „Wer glaubt, gesetzliche Maßnahmen auf Landes- oder Bundesebene könnten Glücksspiel verhindern, ist in der globalisierten Welt des Internets noch gar nicht angekommen“, sagte der Liberale. Besser sei es, das Glücksspiel in einem regulierten Markt mit staatlicher Aufsicht zu kanalisieren. Dies sichere dem Staat zudem Milliardeneinnahmen.

Suchtforscher Hayer bezeichnete die Warnung vor einer Abwanderung der Spieler ins Internet dagegen als reine Spekulation. Wissenschaftlich sei dies bisher nicht belegt. Fest stehe dagegen, dass 75 bis 80 Prozent der hilfesuchenden Spielsüchtigen Probleme mit gewerblichen Geldspielautomaten hätten.

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erstellt am 14.Jan.2014 | 17:41 Uhr

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