Tagung in Davos : Weltwirtschaftsforum will Motor für Krisenlösungen sein

Zu dem Treffen in den Schweizer Alpen werden mehr als 3000 Teilnehmer erwartet.
Zu dem Treffen in den Schweizer Alpen werden mehr als 3000 Teilnehmer erwartet.

Nordkorea, Horn von Afrika, Syrien - das sind nur einige globale Herausforderungen. Zu lösen sind diese Probleme nur gemeinsam, ist das Weltwirtschaftsforum überzeugt. Nächster Versuch: Auf der WEF-Jahrestagung in dieser Woche.

shz.de von
20. Januar 2018, 09:06 Uhr

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) will sich bei seiner bevorstehenden Tagung in Davos als Motor für internationale Zusammenarbeit anbieten.

«Derzeit mangelt es an Kooperation und Verständnis. Und wenn es mal Kooperationen gibt, dann nur zwischen Politikern oder nur zwischen Wirtschaftsbossen», sagte WEF-Präsident Borge Brende der Deutschen Presse-Agentur. «Das WEF kann diese unterschiedlichen Akteure zusammenbringen und wir bieten die Plattform, um Zusammenarbeit zu fördern.»

Zu dem Treffen in den Schweizer Alpen werden mehr als 3000 Teilnehmer erwartet, darunter etwa 70 Staats- und Regierungschefs wie US-Präsident Donald Trump, der französische Staatschef Emmanuel Macron sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch Hunderte Vorstandsvorsitzende globaler Konzerne kommen nach Davos.

«Wir stehen einigen weltweiten Herausforderungen gegenüber», sagte Brende. Er verwies auf zentrale Fragen der Globalisierung und des Klimawandels sowie auf geopolitische Probleme, etwa auf der Koreanischen Halbinsel, am Horn von Afrika oder in Syrien. «All diesen Herausforderungen und systemischen Fragen ist gemein, dass sie mehr globale Zusammenarbeit erfordern.»

Dabei setzt das WEF auch auf die Stärkung von Frauenrechten und Gleichberechtigung. «Wir werden weltweit nichts erreichen, wenn die Hälfte der Erdbevölkerung nicht dieselben Möglichkeiten hat», sagte Brende. Er verwies darauf, dass alle Co-Vorsitzenden der bevorstehenden Jahrestagung Frauen seien, darunter die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde.

«Mit den sieben weiblichen Co-Chairs senden wir ein starkes Signal aus, dass Frauenrechte im Zentrum einer zukunftsorientierten Politik für die Welt stehen.» Frauenrechte und Gleichberechtigung seien universelle Werte, nicht speziell westliche oder östliche, sagte der WEF-Präsident. «Ich hoffe, dass das 21. Jahrhundert ein Jahrhundert der Frauen- und der Geschlechtergleichheit wird.»

Die mittlerweile 48. WEF-Jahrestagung in Davos sei auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung ein wertvolles Ereignis, so Brende. Video und Telefon seien großartige Ergänzungen. «Aber nichts kann ein persönliches Treffen ersetzen. Wenn man echten Herausforderungen gegenübersteht, muss man sich ins Gesicht gucken können.» Als Beispiel verwies der norwegische Ex-Außenminister auf seine Erfahrungen als - letztlich erfolgreicher - Vermittler im kolumbianischen Bürgerkrieg zwischen Regierung und der FARC-Guerilla.

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