zur Navigation springen

Weltbild-Verlag pleite: Tausende Jobs in Gefahr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Der angeschlagene katholische Weltbild-Verlag hat Insolvenz beantragt. Es fehlten die nötigen Mittel für die Sanierung des kriselnden Unternehmens, teilte Weltbild gestern mit. Die Gruppe gehört zwölf Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Soldatenseelsorge Berlin. Derzeit ist von der Insolvenz nur die Augsburger Verlagsgruppe betroffen, nicht jedoch deren Filialen, die sie gemeinsam mit Hugendubel – auch in Schleswig-Holstein – über die DBH Holding betreibt sowie die Auslandsgesellschaften in Österreich und der Schweiz. Die Weltbild GmbH ist im Internet unter Weltbild.de, jokers.de und buecher.de einer der größten Onlinebuchhändler und betreibt ein klassisches Kataloggeschäft. Darüber hinaus betreibt sie die Buchhandelsketten Hugendubel, Weltbild plus, Weiland, Jokers sowie die Karstadt-Buchabteilungen.

Weltbild macht seit Jahren Verluste. In den vergangenen sechs Monaten sei der Umsatz noch einmal stark gesunken. Auch angesichts der in den kommenden drei Jahren erwarteten niedrigeren Erlöse habe sich der Finanzierungsbedarf für die Sanierung des Unternehmens verdoppelt. „Gestern hat sich entgegen der Erwartung der Geschäftsführung herausgestellt, dass die notwendige Finanzierung nicht zur Verfügung stehen wird“, hieß es.

Die katholische Kirche verteidigte ihre Zahlungsweigerung. Die Bemühungen, das Unternehmen wieder zum Erfolg zu führen, seien leider fehlgeschlagen, teilte der Generalvikar des Erzbistums München und Freising, Peter Beer, mit. Beer ist Aufsichtsratschef bei Weltbild. In den kommenden drei Jahren hätten bis zu 160 Millionen Euro zusätzlich aufgebracht werden müssen, um die Sanierung umzusetzen. Zudem müsse für die Entschuldung ein weiterer dreistelliger Millionenbetrag angesetzt werden. Ein derart hoher finanzieller Aufwand könne nicht verantwortet werden. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte die Kirche scharf.

Der Weltbild-Verlag beschäftigt mehr als 6000 Menschen. Etwa zur Hälfte sind die Beschäftigten bei der Tochter DBH Buch Handels GmbH & Co. KG angestellt, die die klassischen Buchläden betreibt. DBH gehört zu gleichen Teilen Weltbild und der Buchhändlerfamilie Hugendubel und hat rund 420 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wie viele Mitarbeiter von der Insolvenz konkret betroffen sind, wollte ein Sprecher gestern nicht sagen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen