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Vorläufige Bilanz 2015 : Weihnachtsgeschäft: Kaffeemaschinen laufen, Klamotten nicht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Handel in SH ist trotz warmen Winters zufrieden. Vor allem Spielzeug lief „richtig gut“.

shz.de von
erstellt am 22.Dez.2015 | 06:29 Uhr

Noch in der ersten Dezember-Woche war die Unzufriedenheit im Handel in Schleswig-Holstein groß. Das wichtige Weihnachtsgeschäft – es wollte nicht so recht in Gang kommen. Inzwischen hat sich das geändert. Dennoch dürften die Festtage nicht für alle Einzelhändler zwischen Nord- und Ostsee ein Grund zur Freude sein.

Das Weihnachtsgeschäft ist seit jeher ein Indikator für die Konsumfreude und die wirtschaftliche Lage der Deutschen. Dazu kommt seit einigen Jahren die Frage: Wie entwickelt sich der Onlinehandel im Vergleich zum stationären Handel?

Der Startschuss für den Endspurt im Weihnachtsshopping ist jedenfalls gefallen: Am vierten Adventswochende sei es richtig voll gewesen, berichtet Monika Dürrer, Geschäftsführerin beim Einzelhandelsverband Nord in Kiel. „Geschenke werden immer später gekauft“, sagt sie. Ein Trend, der wohl auch nicht nur mit dem derzeitigen Wetter zu tun hat. Gefragt sind der Expertin zufolge die Klassiker: Parfüms beispielsweise oder Unterhaltungselektronik.

Auch Haushaltswaren würden verstärkt zum Fest gekauft und verschenkt, sagt Dürrer. Allerdings dürfte es sich dabei oftmals nicht um Waschmaschinen oder Geschirrspüler handeln, sondern vor allem um Kaffeemaschinen aller Art, die aus Sicht der EHV-Geschäftsführerin Männer wie Frauen wohl gleichermaßen begeistern dürften. „Das fällt auch schon eher unter Unterhaltungselektronik.“

Das Nachsehen hat die Textil-Branche. Einen großen Bedarf an Winterklamotten gibt es nicht. In manchen Geschäften werde bereits der Rotstift angesetzt, heißt es beim EHV Nord in Kiel. 

Anders die Situation beim Spielzeug. Dort sei es „richtig gut gelaufen“, sagt Dürrer. Das Weihnachtsgeschäft macht in dieser Branche rund 40 Prozent des Jahresergebnisses aus. Doch auch insgesamt ist der Stellenwert von Weihnachten für den Handel gewaltig. Der stationäre Einzelhandel macht gut 20 Prozent seines Umsatzes in den Wochen vor dem Fest. Bei dem Online-Versandhandel sind es sogar 25 Prozent.

Dennoch schlägt, je näher Heiligabend rückt, wohl vor allem die Stunde des stationären Handels. Davon zeigt sich Dürrer überzeugt – allen Schnelllieferoffensiven der Online-Händler zum Trotz. „Grundsätzlich sagt der Kunde: ‚Ich brauche es nicht unbedingt in 24 Stunden, ich brauche es, wenn ich da bin‘“, berichtet Dürrer. Über „gut geschmückte Innenstädte, gut geschmückte Schaufenster“ könne der stationäre Handel in den Innenstädten zudem zusätzlich Punkten. Das könne kein Online-Shop.

Der Branchendachverband HDE geht von einem bundesweiten Umsatz von rund 86,7 Milliarden Euro im diesjährigen Weihnachtsgeschäft aus – zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Auch für Schleswig-Holstein erwartet Dürrer, dass ein Umsatzplus in der Größenordnung erreicht werden kann.  Für das Gesamtjahr soll nach der Prognose des EHV  Nord sogar ein Umsatzplus von 2,5 bis 2,7 Prozent in den Büchern der Händler stehen.

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