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Günstige Angebote : Weihnachts-Shopping: „Black Friday“ vs. „Kauf-Nix-Tag“

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Schnäppchenjagd oder Konsum-Verzicht: Was ist in der Vorweihnachtszeit angesagt? Zwei Tage konkurrieren miteinander.

Der Countdown läuft: In nicht mal mehr einem Monat ist Weihnachten. In den Einkaufszentren wird es voller, die Menschen suchen nach Weihnachtsgeschenken. Zwei „Quasi-Feiertage“ verfolgen dabei unterschiedliche Interessen.

Das US-amerikanische Volksfest Halloween wird schon seit Jahren auch in Europa gefeiert - vor allem der Handel profitiert. Mit dem „Black Friday“ nach Thanksgiving wittern Händler nun eine neue Möglichkeit. Die Ergebnisse sieht man vor allem im Netz.

Der „Black Friday“

 

Der „Black Friday“ ist der Tag nach Thanksgiving. Nach dem Festessen gehen die Amerikaner einkaufen. Der „Black Friday“ ist in den Vereinigten Staaten traditionell der umsatzstärkste Tag des Jahres. Angesichts immenser Sonderangebote erledigen viele Amerikaner erste Weihnachtseinkäufe. Auch in Deutschland wollen Händler davon profitieren und werben mit Rabattaktionen. Während der „Black Friday“ in den USA hauptsächlich vor Ort in den Geschäften und Filialen der Einzelhändler stattfindet, werden in Deutschland die meisten Rabatte online angeboten, zum Beispiel bei Amazon, Butlers oder HP.

In den USA bleibt der „Black Friday“ allerdings seit zwei Jahren hinter den hohen Erwartungen zurück. Denn immer mehr Geschäfte öffnen schon am Thanksgiving-Abend ihre Pforten - vorher ein Tabu.

Der „Kauf-Nix-Tag“

 

Zum Beginn des vorweihnachtlichen Einzelhandelbooms rufen Konsumkritiker am internationalen Kauf-Nix-Tag Verbraucher zum Überdenken ihres Kaufverhaltens auf. Der „Buy Nothing Day“ geht auf eine Idee des kanadischen Künstlers Ted Dave zurück. Konsumkritische Gruppen organisierten den Tag erstmals 1992. Seit 1997 wird er auch in Deutschland begangen - mit begrenzten Erfolg. Der Konsum-Fastentag am letzten Samstag im November ist hierzulande nur wenig bekannt. Die Kauflaune der Deutschen zur Weihnachtszeit scheint weiter ausgeprägt vorhanden zu sein.

Der Handelsverband erwartet im diesjährigen Weihnachtsgeschäft ein weiteres Mal steigende Absätze. Der Umsatz der Einzelhändler werde im November und Dezember wegen der guten Wirtschaftslage etwa zwei Prozent über dem Vorjahreszeitraum liegen, prognostiziert der Verband.

Verkaufsoffene Adventssonntage werden auch in diesem Jahr wieder die Kassen der Geschäfte klingeln lassen. Doch während der Handelsverband kritisiert, dass die gesetzliche Ausnahmegenehmigung von den Kommunen nicht voll ausgenutzt werde, würde Umweltökonom Niko Paech von der Uni Oldenburg die Kaufrausch-Sonntage am liebsten ganz abschaffen. „Wir sind so reizüberflutet, wir leiden unter Konsumverstopfung und Konsum-Burn-Out“ sagt er. Ladenöffnungszeiten zu verringern bedeute ja nicht die Abschaffung des Konsums. „Man fängt sogar an, den Konsum wieder zu genießen“, meint Paech.

Beim „Kauf-Nix-Tag“ geht es dem Wachstumskritiker vor allem um die symbolische Bedeutung. Dass der Motto-Tag auch wegen seiner geringen Bekanntheit keine ökonomischen Auswirkungen für den Handel habe, sei klar. Einkäufe einen Tag aufzuschieben sei ebenfalls nicht der Sinn der Sache. Vielmehr müsse Aufmerksamkeit dafür geweckt werden, „dass wir brutal über unseren Verhältnissen leben, vor allem ökologisch“, sagt Paech.

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erstellt am 27.Nov.2015 | 11:32 Uhr

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