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Dieselgate : Was die VW-Spitze zum Abgas-Skandal sagt

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VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch und Vorstandschef Matthias Müller geben am Donnerstag einen Zwischenstand im Abgas-Skandal - den ersten seit Beginn der Krise.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2015 | 12:34 Uhr

Erstmals seit dem Bekanntwerden des Abgas-Skandals stehen VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch und Vorstandschef Matthias Müller am Donnerstag ausführlich der Öffentlichkeit Rede und Antwort. Bei der um 11 Uhr gestarteten Pressekonferenz in Wolfsburg wird neben einem Zwischenstand zur Aufarbeitung der Mitte September ausgebrochenen Affäre auch über die Neuausrichtung des Konzerns informiert.

Europas größter Autobauer hatte zugegeben, in Millionen Dieselmotoren eine Software eingesetzt zu haben, die Daten zum Ausstoß der gesundheitsschädlichen Stickoxid-Abgase schönte. In der Folge stürzte Volkswagen in eine schwere Krise. Für deren Bewältigung bildete der Konzern bislang Rücklagen von 6,7 Milliarden Euro.

Pötsch hält die Abgaskrise für die bisher größte Bewährungsprobe in der Geschichte von Europas größtem Autobauer. „Die Krisenfolgen werden vermutlich beträchtlich sein“, sagte der oberste Kontrolleur mit Blick auf die finanziellen Folgen der Manipulationen von Millionen Dieselmotoren. Pötsch informierte zusammen mit Müller über den Stand der Aufarbeitung. „Die vergangenen zwei Monate waren beispiellos - niemand hier hat sich vorstellen können, dass unser Unternehmen in eine Situation geraten könnte, wie wir sie seit Ende September erleben.“

Diese Fragen beschäftigen VW – Statements des Vorstandes in der Übersicht:

Wer hat von den Manipulationen gewusst?

„Wir halten es für wahrscheinlich, dass nur eine überschaubare Zahl an Mitarbeitern aktiv zu den Manipulationen beigetragen hat“, berichtete Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch am Donnerstag bei der Vorlage eines Zwischenstands zu den Ermittlungen in Wolfsburg.

Inzwischen habe man über 1500 elektronische Datenträger von Beschäftigten eingesammelt, um Spuren und Hinweise auf den Ursprung der Affäre zu finden. Es seien zudem 87 ausführliche Interviews im Rahmen der Ermittlungen geführt worden. «Viele weitere werden noch folgen», kündigte Pötsch an.

Als Reaktion auf den Skandal werde VW unter anderem in der Entwicklungsarbeit strenger auf die Einhaltung von Regeln zu achten. So werde etwa bei der Software-Entwicklung für Motorsteuergeräte konsequent auf das Vier-Augen-Prinzip gesetzt, um Manipulationen zu erschweren.

Warum hat VW zunächst an den CO2-Werten gezweifelt – und das ohne Druck von außen bekanntgegeben?

„Es gab anfangs Unplausibilitäten“, sagte ein VW-Sprecher auf die Frage, warum man Anfang November überhaupt und ohne Druck von außen an den CO2-Werten von 800 000 Autos gezweifelt hatte, „und es gab Mitteilungen von Mitarbeitern, die sich nicht sicher waren, ob bei Messungen alles mit rechten Dingen zugegangen war.“

Damit dürften auch die von VW zunächst auf zwei Milliarden Euro geschätzten Kosten für das Kohlendioxid-Problem deutlich geringer ausfallen. Die ursprüngliche erwartete Ergebnisbelastung habe sich damit nicht bestätigt. Ob dennoch Kosten entstünden, hänge von den Nachmessungen ab.

Wie setzt sich die VW-Spitze zusammen?

Stahlmanager Karlheinz Blessing ist neuer Personalvorstand. Ab Januar soll der 58-Jährige den derzeit vakanten Posten übernehmen. Der bisherige Personalchef Horst Neumann war Ende November in den Ruhestand gegangen. In der Zwischenzeit übernimmt VW-Chef Matthias Müller den hoch dotierten Vorstandsposten.

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