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Neuer 20-Euro-Schein : Was den neuen Zwanziger so fälschungssicher macht

vom
Aus der Onlineredaktion

Nach dem Fünfer und dem Zehner kommt jetzt die überarbeitete Zwanzig-Euro-Banknote. Sie wird nicht die letzte bleiben.

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2015 | 10:56 Uhr

Frankfurt/Main | Am 25. November wird er mit neuen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet nach und nach aus dem Bankautomaten kommen: der neue 20-Euro-Schein. Nach dem Fünf-Euro-Schein, der am 3. Mai 2013 gestaffelt eingeführt wurde, und dem Zehn-Euro-Schein, den es seit dem 23. September 2014 gibt, werden auch die 50-, 100-, 200- und 500-Euro-Scheine nach und nach ersetzt. „Die Stückelungen werden in aufsteigender Reihenfolge ersetzt, über genaue Termine entscheidet der EZB-Rat“, sagt Susanne Kreutzer, Pressesprecherin bei der Deutschen Bundesbank.

Die zweite Serie der Euro-Banknoten soll es Fälschern schwerer machen. Da der Zwanziger der am meisten gefälschte Schein aus der Serie ist, erhoffen sich die Währungshüter mit der neuen Note höhere Fälschungssicherheit.

Die Banknote wechsele häufig den Besitzer, und wer einen 20-Euro-Schein als Wechselgeld im Supermarkt oder beim Bäcker bekommt, prüfe diesen erfahrungsgemäß nicht so genau auf Echtheit, sagt Kreutzer. Mehr als jede zweite Euro-Blüte (55 Prozent), die im ersten Halbjahr 2015 weltweit aus dem Verkehr gezogen wurde, war ein Zwanziger. „In Deutschland wird erfahrungsgemäß viel mit dem 50-Euro-Schein gezahlt, in anderen Euro-Ländern ist es der 20-Euro-Schein“, sagt Kreutzer. Das liege am unterschiedlichen Zahlungsverhalten in den Ländern. In Deutschland werde immer noch gerne in bar gezahlt, daher sei der Fünfziger häufiger. Beide Banknoten sind bei Fälschern besonders beliebt. Außerdem würden große Scheine meist genauer geprüft.

Was ist neu am „Zwanni“?

Hologramm-Fenster Es soll vor einfachen Farbkopien schützen. Hält man den Schein gegen das Licht, wird das Fenster durchsichtig, es erscheint ein Portrait der mythologischen Gestalt Europa. Es ist von beiden Seiten des Scheins erkennbar.
Portrait-Hologramm Auf einer „Leiste“ sind Hologramme mit Portraits zu erkennen. Bewegt man den Schein, werden die Portraits sichtbar.
Smaragd-Zahl Wie bereits auf den Fünf-Euro- und Zehn-Euro-Scheinen ist auch auf dem 20-Euro-Scheinen links unten eine schimmernde Zahl eingearbeitet. Sie wechselt beim Kippen des Scheins ihre Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau.
Portrait-Wasserzeichen Der neue Zwanziger ist auch mit einem Wasserzeichen ausgestattet. Es zeigt ebenfalls das Portrait der mythologischen Gestalt Europa.
Sicherheitsfaden Ebenfalls lässt sich ein Sicherheitsfaden erkennen, wenn die Note gegen das Licht gehalten wird.
Relief An den Seitenrändern der Banknote ist links und rechts ein fühlbares Relief eingearbeitet. Es soll sehbehinderten Menschen helfen, den Wert der Banknote zu erkennen.
Mikroschrift An einigen Stellen der Banknote gibt es winzige Schriftzeichen, die mit der Lupe zu erkennen sind. Sie sind scharf und deutlich zu sehen.
UV-Licht An den Kassen werden die Scheine häufig unter einer speziellen Lampe getestet. Leuchtet das Papier, handelt es sich wohl um eine Fälschung, denn der neue Zwanziger bleibt dunkel. Die Sterne in der EU-Flagge auf dem Schein hingegen leuchten teils gelb und teils rot.
Die Merkmale des neuen Scheins.
Die Merkmale des neuen Scheins. Foto: dpa
 

Das der neue Zwanziger Fälscher abschreckt und diese auf andere Scheine ausweichen, glaubt Kreutzer nicht. „Es gibt bereits simple Kopierfälschungen des Fünfers und des Zehners. Für den Verbraucher sind diese aber meist gut zu erkennen. Beim Zwanziger ist das Hologrammfenster mit einfachen Farbkopien nicht zu imitieren, weshalb es für den Verbraucher nochmals leichter wird, eine Blüte zu enttarnen“. Beim neuen Zwanziger seien die meisten Sicherheitsfeatures zudem auf der Vorderseite untergebracht und somit auf einen Blick erkennbar. Der nächste Schein, der in der zweiten Serie ausgegeben wird, ist der 50-Euro-Schein. Zwar gibt es noch keinen Termin, jedoch wird dann eine weitere häufig gefälschte Banknote sicherer gemacht. 

Im Gegensatz zum neuen Fünfer und dem neuen Zehner verzichtet die EZB beim neuen Zwanziger auf eine gesonderte Lackierung. „Die beiden kleinen Banknoten werden im Zahlungsverkehr häufiger genutzt, daher haben sie eine Lackierung bekommen, die vor Verschmutzungen schützt und den Schein insgesamt strapazierfähiger macht“, sagt Kreutzer.

Bislang sind 4,3 Milliarden neue Zwanziger gedruckt. Die Scheine haben ein Gesamtgewicht von 4.300 Tonnen und würden nebeneinandergelegt eine Fläche von 5.767 Fußballfeldern bedecken. Von allen sieben Scheinen sind rund 18,1 Milliarden Euro-Banknoten im Umlauf. Sie haben einen Wert von 1,05 Billionen Euro. 3,3 Milliarden davon sind 20er.

Bereits seit neun Monaten wird daran gearbeitet, dass Automaten die neue Banknote auch erkennen. Insgesamt 27.400 Ticket- oder Geldautomaten müssen umgestellt werden. Die alten Zwanziger behalten weiterhin ihre Gültigkeit, werden aber nach und nach aus dem Verkehr gezogen.

(mit dpa)

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