Was bedeuten die Zins-Beschlüsse für den Verbraucher ?

shz.de von
05. Juni 2014, 16:04 Uhr

> Was bedeutet der Zinsschritt für Sparer?

Niedrige Zinsen werden in der Regel relativ schnell an Kunden weitergereicht. Da Sparer ohnehin schon lange unter Mini-Zinsen auf Sparbuch oder Tagesgeldkonto leiden, hagelt es Kritik: „Niedrigzinsen enteignen Sparer und reißen Lücken in die Altersvorsorge künftiger Rentner“, wettern Sparkassen, Volksbanken und Versicherer.

> Rettet die EZB also Krisenstaaten auf Kosten deutscher Sparer?

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, kritisierte die EZB: „Sie plündert die Ersparnisse aus, sie bedroht die Lebensversicherung.“ Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding verteidigt, Aufgabe der Notenbank sei, für stabile Preise zu sorgen: „Ihre Aufgabe ist es nicht, Sparern selbst in Zeiten einer Finanzkrise einen gewünschten Ertrag auf risikoarme Anlagen zu sichern.“

> Haben Verbraucher auch Vorteile?

Wie Unternehmen profitieren sie von günstigen Kreditzinsen – wenn die Banken die Senkung weiterreichen. Prinzipiell ist billiges Geld gut für Schuldner: Verbraucher können eine Waschmaschine, ein Auto oder ein Haus günstiger finanzieren, gleiches gilt für Investitionen von Unternehmen und Staatsschulden. Letzteres entlastet indirekt auch Steuerzahler.

> Müssen Sparer nun auch negative Zinsen fürchten?

Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon schob derartigen Befürchtungen einen Riegel vor. „Wir werden das sicher nicht an unsere Kunden weitergeben.“ Volksbanken-Präsident Uwe Fröhlich räumt ein: „Zu befürchten ist, dass der Sparzins künftig noch schmaler ausfallen wird, als er ohnehin schon ist.“

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