Kommentar zu Cybercrime : Warum Firmen und Behörden nicht am falschen Ende sparen sollten

Author: Zacharie Scheurer
Zum Themendienst-Bericht von Dirk Averesch vom 27. März 2020: Achtung Nepp: Im Fahrwasser der Corona-Krise dümpeln allerlei Cyberkriminelle.

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18. Januar 2022, 18:42 Uhr

Hackerbanden attackieren Unternehmen oder sollen gezielt dem politischen Gegner schaden. Warum Cybercrime mittlerweile jeden etwas angeht.

Waren das noch Zeiten, als ein gehacktes Facebook- oder E-Mail-Konto die größte Gefahr in Sachen Cybercrime waren. Das ist lange vorbei. Hacken ist zum internationalen Geschäftsmodell geworden mit dem Potenzial, mehr Gewinn zu generieren als der weltweite Drogenhandel. Die Kriminellen operieren aus aller Herren Länder. Sie zu schnappen ist entsprechend schwierig, aber nicht unmöglich.

Der Schlüssel ist eine gut funktionierende internationale Zusammenarbeit. Das zeigt der jüngste Schlag gegen Cyberkriminelle, an dem auch die Polizeidirektion Hannover beteiligt war. Solche Erfolge sind wichtig, denn auf der Liste der Betroffenen reihen sich Krankenhäuser an Handwerkskammern und namhafte Unternehmen aus dem Mittelstand. Und gerade die kritische Infrastruktur – Kraftwerke, Stromnetze, Wasserwerke und Pipelines – rücken immer mehr in den Fokus krimineller Hackerbanden.

Die Frage ist daher mittlerweile weniger, ob es jemanden treffen kann, sondern eher wann. Und dann macht es auch keinen Unterschied, ob ein Unternehmen oder eine Behörde groß ist oder klein. Dass sollte spätestens jetzt Entscheidungsträger wachrütteln, die eigenen Systeme zu überprüfen, Mitarbeiter immer wieder zu sensibilisieren und Cybersicherheit zur obersten Priorität zu machen.

Das bedeutet in vielen Fällen auch, sich von veralteter IT zu verabschieden und nicht am falschen Ende zu sparen. Denn mit zunehmender Digitalisierung und Vernetzung innerhalb von Firmen, Behörden und Co. kann der mögliche Schaden immer höher ausfallen.

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