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Maue Aussichten für Deutsche See gegen VW : VW-Großkunde fordert Schadenersatz in Millionenhöhe

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Die Verhandlungen in der Klage des Flottenkunden gegen VW laufen. Nach dem Prozessauftakt zeigt sich Deutsche See zufrieden.

Bremerhaven/Braunschweig | Am Landgericht Braunschweig haben am Freitag die Verhandlungen zur Klage vom Fischverarbeiter Deutsche See gegen Volkswagen begonnen. Wegen „arglistiger Täuschung“ will das Unternehmen insgesamt 11,9 Millionen Euro Schadensersatz von Volkswagen erstreiten. Von den Abgasmanipulationen des VW-Konzerns sind nach Unternehmensangaben etwa 500 Fahrzeuge betroffen.

In Deutschland laufen mehrere hundert Verfahren, in denen Eigentümer von Dieselfahrzeugen auf Schadenersatz gegen Händler oder den VW-Konzern klagen. Die Fischmanufaktur Deutsche See ist als Kläger einer der größten VW-Kunden.

Der VW-Kunde hat mit seiner Klage einen schweren Stand. In der mehr als zweistündigen Verhandlung am Freitag habe Richter Pedro Serra de Oliveira erkennen lassen, dass er wenig Hoffnung auf Erfolg für die Ansprüche des Fischverarbeiters sehe, teilte eine Sprecherin des Landgerichts Braunschweig mit. Nach derzeitiger Aktenlage sehe der Richter keinen Aufhebungshebungsgrund für die Verträge zwischen beiden Parteien. Auch eine rückwirkende Anpassung der Verträge mit reduzierten Leasing-Raten sei aus seiner Sicht nicht gegeben.

Die Vertreter von Deutsche See zeigten sich nach dem Prozessauftakt am Vormittag allerdings zufrieden. Der erste Schritt in der Klage wurde laut einer Pressemitteilung erfolgreich absolviert. „Wir sind sehr glücklich und zufrieden, dass es uns gelungen ist, unsere Position prägnant und überzeugend darzustellen“, sagte Egbert Miebach, Geschäftsführender Gesellschafter von Deutsche See, „uns war von Anfang an klar, dass es ein David-gegen-Goliath-Prozess wird und trotzdem sind wir unseren definierten Zielen ein großes Stück nähergekommen“.

Volkswagen unterstrich seine bisherige Haltung, die zur Klage führte. Laut einer Pressemitteilung von Deutsche See wurden die vereinbarten Themen, wie die gemeinsame Entwicklung von E-Mobilität, nachhaltige Fahrzeuglogistik, seitens VW nicht umgesetzt. Volkswagen-Mitarbeiter, mit denen man die Verträge ausgehandelt und vereinbart hatte, waren nicht mehr greifbar, in Gesprächen saßen nur noch Juristen.

Das Landgericht Braunschweig hat nun eine neue Frist gesetzt, in der beide Parteien die Möglichkeit einer außergerichtlichen Einigung besprechen könnten, wie die Sprecherin mitteilte. Weitere Stellungnahmen zu dem Rechtsstreit sind auch möglich. Eine Entscheidung soll Ende Oktober verkündet werden.

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erstellt am 14.Jul.2017 | 14:35 Uhr

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