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Zufriedene Unternehmen : Volle Auftragsbücher: Wer einen Handwerker in SH braucht, muss lange warten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vor allem brummt es im Bau- und Ausbaugewerbe. Auf den guten Sommer soll ein goldener Herbst folgen.

margret kiosz von
erstellt am 12.Okt.2015 | 19:58 Uhr

Die Haustür muss neu, der Giebel gestrichen oder das Badezimmer gefliest werden – ein Handwerker muss her! Doch das ist im Herbst 2015 gar nicht so einfach. Vor allem im Bau- und Ausbaugewerbe brummt es, und die Auftragsbücher sind prall gefüllt. „Im Durchschnitt beträgt der Auftragsvorlauf derzeit acht Wochen“, sagt Georg Schareck, Chef des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein.

Das Handwerk im Norden präsentiert sich auch im dritten Quartal des Jahres wirtschaftlich sehr stark. Geschäftslage, Aufträge, Umsätze, Beschäftigung, Aussichten – in nahezu allen Bereichen melden die befragten Unternehmen Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr. 93 Prozent aller Betriebe beschreiben ihre konjunkturelle Lage in einer Umfrage der Handwerkskammer als gut oder befriedigend.

„Wir haben nie zuvor eine so lange Periode mit guter Auftragslage gehabt“, sagt dazu der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, Udo Hansen. Im Grunde gehe es dem Handwerk „jetzt schon im sechsten Jahr gut“. Dabei profitieren die Betriebe unverändert von der guten Binnenkonjunktur, die laut Hansen vor allem bei den Privathaushalten das Investitions- und Konsumverhalten ankurbele.

Zwar ist das Bau- und Ausbaugewerbe in Sachen Zufriedenheit derzeit absoluter Spitzenreiter und erwartet nach einem guten Sommer jetzt einen goldenen Herbst. Aber auch in den anderen Branchen überwiegen positive Beurteilungen – etwa im Gesundheitsgewerbe und beim Nahrungsmittelhandwerk. Selbst das Kfz-Gewerbe kann nicht klagen.

Für das vierte Quartal rechnet das Handwerk in Schleswig-Holstein sogar noch mit leicht verbesserten Konjunkturdaten. Besonders optimistisch starten die konsumnahen Gewerke – Friseure, Kosmetiker, Schuhmacher, Uhrmacher oder auch Fotografen – in die kalte Jahreszeit, voller Hoffnung auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft.

Die rund 1200 Bauunternehmen im Norden tragen die Aufträge mittlerweile schon in den 2016-Kalender ein, berichtet Schareck. Wegen der bevorstehenden großen Nachfrage nach Flüchtlingsunterkünften geht er davon aus, dass sich die Auftragsvorläufe weiter verlängern. „Wenn die Landesregierung auf die Schnelle 5000 neue Wohneinheiten bauen will, bindet das natürlich Kapazitäten“, so Schareck.

Trotzdem geht Handwerkschef Hansen davon aus, dass Aufträge von Privathaushalten auch künftig „in angemessener Zeit“ erledigt werden. „Die Betriebe wissen, dass Kundenzufriedenheit heute das A und O ist“.

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