Verkehrsprobleme bremsen Nord-Wirtschaft aus

uli wachholtz

Betriebe wollen mehr Stellen schaffen / Hamburgs Bürgermeister erhält Spitzenwerte von Unternehmern

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18. Juli 2014, 13:28 Uhr

Norddeutschlands Verkehrsprobleme bleiben Ärgernis der Unternehmen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Heute sei er gut nach Hamburg reingekommen, sagte Uli Wachholtz gestern vor Journalisten in der Hansestadt. Doch der Präsident der Unternehmensverbände Nord (UVNord) weiß leider, dass dies auch weiterhin viel zu selten der Fall ist. „Hamburg erstickt im Stau“, so Wachholtz. Und zunehmend färbt das auch auf die Stimmung der Unternehmen in Hamburg und Schleswig-Holstein ab. „Die unkalkulierbare Verkehrssituation im Norden sowie schwierige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sorgen in der norddeutschen Wirtschaft für Unsicherheit“, fasste Wachholtz zusammen. Für die kommenden Monate bis Ende September gebe es deshalb nur gedämpfte Erwartungen. Wachholtz verwies dabei auf eine ganze Liste von Herausforderungen, denen sich die Unternehmen in Hamburg und Schleswig-Holstein inzwischen gegenüber sehen – angefangen bei den Folgen der Rentenpläne der großen Koalition und die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts, über das Korruptionsregister, die Anhebung der Grunderwerbssteuer bis hin zum stockenden Ausbau der Autobahn 20 und der Bundesstraße 5.

Nach einer aktuellen Umfrage des Verbands, an der sich 193 Unternehmen mit mehr als 90 000 Beschäftigten beteiligt haben, ist das erste Halbjahr für die Betriebe noch gut gelaufen. „Die norddeutsche Wirtschaft steht im Sommer 2014 nach einem Wachstums-Halbjahr gut da“, sagte Wachholtz mit Blick auf die Zahlen. So meldete knapp die Hälfte der befragten Unternehmen (48 Prozent) für das erste Halbjahr gestiegene Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei 37 Prozent der Betriebe verblieb der Umsatz noch auf hohem Niveau, nur 15 Prozent berichteten von Rückgängen. Der Auftragseingang stieg in dieser Zeit auf 43 Prozent an, 39 Prozent meldeten einen stabilen Auftragseingang. Und das hat Folgen: Knapp ein Drittel (31 Prozent) der Unternehmen plant seine Investitionen gegenüber dem Vorjahr zu erhöhen und allein im dritten Quartal sollen 499 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze neu geschaffen werden – das sind 122 Stellen, mehr als noch in der Umfrage im Sommer 2013 geplant wurden.

Der Ausblick für die kommenden drei Monate ist dennoch verhalten. So rechnen nur 31 Prozent der Betriebe mit steigenden, 54 Prozent mit gleichbleibenden und 15 Prozent mit sinkenden Auftragseingängen. Diese Werte liegen nicht nur unter jenen der Frühjahrsumfrage des UVNord, sondern auch unterhalb der Werte des Vorjahreszeitraums.

Neben der Konjunktur hat der Verband die Wirtschaftsvertreter in Hamburg auch zur aktuellen Arbeit des Senats befragt. Der erste Bürgermeister Olaf Scholz konnte sich in der Wertung dabei nochmals verbessern. „Kaum zu glauben, dass da noch einmal eine Steigerung möglich war“, staunte auch Wachholtz. 89 Prozent der Unternehmen zeigen sich zufrieden mit dem SPD-Politiker – sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Das andere Ende des Rankings überraschte dann nur wenig: Mit einer Zustimmung von immerhin noch 40 Prozent findet sich dort Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch wieder.

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